Offenbar hat die Hypo selbst ihren ehemaligen Chef in Bedrängnis gebracht. Sowohl die Hypo Österreich als auch die Hypo International soll bereits im Februar Anzeige gegen Kulterer erstattet haben. Er soll seine Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, "wissentlich missbraucht" haben, berichtet das Magazin "News" in einer Aussendung. Die Staatsanwaltschaft wollte den Vorab-Bericht am Mittwoch nicht kommentieren.
Im Juni 2006 - wenige Monate bevor Kulterer seinen Vorstandssessel wegen der Swap-Affäre räumen musste, soll Haider bei Kulterer telefonisch für Guggenbichler interveniert haben. Dieser brauche dringend 150.000 Euro "für das Finanzamt", so Haider, und Guggenbichler könne auch Kulterer behilflich sein.
Kulterer habe, so der Vorwurf nun, zwei Hypo-Mitarbeiter angewiesen, Guggenbichler diesen Kredit zu gewähren. Sollte ein Schaden entstehen, so heißt es in einem Aktenvermerk vom 26. Juni 2006, dürfe dieser nicht der Hypo Austria angelastet werden, dafür müsse die Hypo International aufkommen. Der Schaden entstand, Guggenbichler konnte nicht zahlen und ist inzwischen in Konkurs.
Detektiv spionierte Kulterers Stellvertreter aus
Offenbar wollte der Detektiv seine Schulden bei Kulterer "abarbeiten", er recherchierte in dessen Auftrag gegen Kulterers Stellvertreter Günter Striedinger, allerdings laut Kulterer praktisch ohne Erfolg. Guggenbichler behauptet, ihm stünden für seine Arbeit noch 200.000 Euro zu. Die Hypo sieht das völlig anders und hat den Detektiv ebenfalls angezeigt.
Der von Guggenbichler ins Visier genommene Striedinger wird im Hypo-Verfahren bereits als Beschuldigter geführt, ebenso wie der ehemalige kroatische General Vladimir Zagorec und der slowenische Geschäftsmann Miro O. Die drei sollen, so die Justiz, dubiose Grundstücksdeals in Kroatien zum Nachteil der Bank abgewickelt haben.
Zeuge gab sich wortkarg
Unterdessen wurden auch die Zeugenbefragungen im Hypo-U-Ausschuss fortgesetzt. Sehr wortkarg hat sich Wolfgang Geyer, Mitarbeiter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und bis Ende 2007 bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) für den Bereich Geldwäsche zuständig, am Mittwoch vor dem Kärntner Hypo-Ausschuss gegeben.
Er beantwortete die Fragen der Abgeordneten meist mit dem Hinweis auf Bankgeheimnis, Amtsverschwiegenheit, Bundeskompetenz oder mit der Bemerkung, dass die nachgefragte Materie nicht Gegenstand der Untersuchung sei.
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