Nur 0:0 gegen LASK

Rapid nach lauem Heimremis wohl aus dem Titelrennen

Wien
13.04.2010 22:46
Rekordmeister Rapid hat Spitzenreiter Salzburg mit einem torlosen Heimremis gegen den LASK die Chance eröffnet, die Tabellenführung weiter auszubauen und dem neuerlichen Meistertitel noch näher zu kommen. Die Hütteldorfer liegen nach dem Auftakt der 30. Bundesliga-Runde am Dienstag im Hanappi-Stadion nun fünf Punkte hinter den Salzburgern, die am Mittwoch zu Hause auf Ried treffen. Damit sind die Grün-Weißen wohl aus dem Titelrennen.

Die Pacult-Elf war vor 13.800 Zuschauern von Beginn an zwar spielbestimmend, zündende Ideen blieben aber im gesamten Spiel Mangelware. Die Gäste gingen aggressiv zu Werke, standen in der Defensive zumeist sicher und lauerten auf Konter. Für Rapid sorgte in der ersten halben Stunde lediglich Drazan (9.) für echte Gefahr, der Versuch des Mittelfeldspielers aus 18 Metern wurde jedoch von LASK-Goalie Cavlina abgewehrt - und auch der Nachschuss von Jelavic wurde von der Abwehr abgeblockt. Später fiel ein Hofmann-Freistoß (20.) zu schwach aus.

Boskovic traf nur die Stange
Auf der Gegenseite versuchten es Aufhauser (26.) und Saurer (28.) in der besten Phase der Gäste mit Distanzschüssen, die Hedl parierte. In der Anfangsphase hatte Rapid-Abwehrspieler Eder ein Zuspiel von Kragl auf seinen allein stehenden Sturmpartner Mayrleb im letzten Augenblick noch abgefangen. In Minute 34 hatten dann die Oberösterreicher Glück, als Boskovic mit einem Drop-Kick nach Drazan-Flanke nur die Stange traf. Kurz darauf probierte es Drazan ohne Erfolg selbst mit einem überraschenden Schlenzer in Richtung kurzer Ecke.

Vor der Pause sorgten schließlich noch Rapid-Spielmacher Hofmann (42.) mit einem Weitschuss, der jedoch deutlich über das Tor ging, und Trimmel (44.), dessen Flachschuss von Chinchilla-Vega abgeblockt wurde, für ein wenig Torgefahr.

Nach Wiederbeginn erhöhten die Grün-Weißen für kurze Zeit die Schlagzahl. Zunächst bediente der starke Drazan (50.) den zur Pause für Trimmel eingewechselten Gartler ideal, dieser scheiterte mit einem Fersler aber an Cavlina. Hofmann (51.), Heikkinen (52.) prüften den LASK-Schlussmann mit Distanzschüssen. In der 69. Minute war Gartler wieder mit der Ferse zur Stelle, aber auch diesmal hielt Cavlina.

Jelavic-Schuss ging knapp vorbei
Rapid-Kapitän Hofmann half wenig später bei einem Sturmlauf von Majabvi (58.) hinten aus und hinderte den Linzer an der einzigen nennenswerten Torchance im zweiten Durchgang. Die Rapidler waren in der Schlussphase kaum noch in der Lage, den LASK ernsthaft zu gefährden. Die letzte große Chance auf den fünften Ligasieg für die Hütteldorfer in Folge vergab dann Jelavic (89.), der nach Zuspiel von Boskovic nur ganz knapp daneben schoss.

Die achtplatzierten Linzer traten auch diesmal, wie stets seit Mai 2000, ohne Sieg die Heimreise aus Hütteldorf an, verbuchten mit dem Remis aber einen Prestigeerfolg und sind seit fünf Spielen unbesiegt. Rapid gab hingegen erstmals nach zuletzt vier Ligasiegen in Folge wieder Punkte ab.

Die Meinungen zum Spiel
Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Wenn man kein Tor macht, dann gewinnt man keine Partie. Es kommt vor im Fußball, dass man kein Tor schießt. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt und enormen Druck gemacht. Aber der LASK ist auch sehr gut gestanden. Wir haben einen Punkt auf Salzburg aufgeholt, wir schauen, was Salzburg morgen macht."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Das ist bitter für uns, wir wollten unbedingt gewinnen. Es sind jetzt fünf Punkte Rückstand, mal schauen, was morgen ist. Die Salzburger haben einen guten Lauf, da müsste schon einiges passieren. Aber wir wollen trotzdem versuchen, die nächsten Spiele erfolgreich zu gestalten. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, 0:0 ist viel zu wenig. Wir haben halbwegs gute Möglichkeiten gehabt, wir hätten ein Tor machen müssen. Wenn wir in Führung gehen, tun wir uns leichter. Der LASK hat defensiv sehr gut gespielt und die Räume eng gemacht."

Helmut Kraft (LASK-Trainer): "Der Punkt macht mich nicht restlos glücklich, aber ich bin mit dem Unentschieden sehr zufrieden. Wir waren heute defensiv sehr gut. Nach vorne ist wenig gegangen, aber gegen Rapid kann man vor Heimpublikum nach vorne eben wenig ausrichte. Rapid hätte kurz vor Schluss den einen Treffer machen können, in dieser Situation haben wir Glück gehabt, das Glück des Tüchtigen."

Rene Aufhauser (LASK-Mittelfeldspieler): "Wir sind defensiv gut und kompakt gestanden. Wir hatten aber auch Aktionen, die zu einem Tor führen hätten können. In Summe ist aufgrund unserer Arbeit ist der Punkt verdient. Wir wollten heute und am Sonntag gegen Salzburg einen Punkt."

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