Kuriose Entwicklung

Heer an Arbeitslosen trotz vieler Jobangebote

Kärnten
13.04.2010 17:42
Große Kärntner Unternehmen stellen wieder vermehrt Personal ein – finden aber teilweise keines. "Wir haben ein stehendes Heer an Arbeitslosen. Es gelingt nicht, ausreichend Qualifizierungsmaßnahmen zu setzen", gesteht auch Wirtschaftsreferent Josef Martinz ein. Von den 23.304 Beschäftigungslosen sind zudem 5.316 älter als 50. Und die sind oft schwer vermittelbar.

68 Prozent der Kärntner Unternehmer befürchten, dass der Fachkräftemangel in den nächsten zwei Jahren noch steigen wird. Das zeigt eine Umfrage der Industriellenvereinigung (IV). Besonders betroffen werden die Bereiche Produktion und Informatik sein, wo es schon jetzt massive Diskrepanzen zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen gibt. 

"Die Firmen hätten natürlich gern Wunderwuzzis"
Manager Peter Greiderer geht mit den Jobsuchenden daher auch hart ins Gericht: "Die Firmen hätten natürlich gern Wunderwuzzis, aber im Normalfall ist man mit einem zufrieden, der ein bissl Interesse an der Aufgabe hat und die Fachausbildung nicht nur auf dem Papier vorweisen kann. Was einem da oft vorgelegt wird."

Er fordert daher eine dringende Reform des (Aus)Bildungssystems. "Sonst kann sich Kärnten als Produktionsstandort überhaupt nicht mehr halten." Dabei ist es nicht so, dass Fort- und Weiterbildung nicht forciert würden. "Wir schulen pro Jahr an die 11.000 Teilnehmer", weiß Marita Pontasch vom Berufsförderungsinstitut (bfi). "Durch die neue Bildungskarenz wird das Angebot auch gut angenommen." Hierbei tragen Land und AMS 50 Prozent der Kosten – die Kurspalette reicht von Persönlichkeitsseminaren bis hin zu Offensiven für Qualitätsmangement.

AMS ist von seinen Leistungen überzeug
Qualität glaubt entgegen der harschen Vorwürfe auch das Arbeitsmarktservice zu bieten. "Wir decken offene Stellen im Durchschnitt binnen zwölf Tagen ab", so Direktor Josef Sibitz. "Im Vorjahr hat es noch 20 Tage gedauert." Und was die vielen neuen Jobs bei Unternehmen wie Mahle, Windtec, Wild oder Glock betrifft: Nicht alle melden ihre Offerte gleich ans AMS sondern bevorzugen Personalfirmen. "Oft kommen die Anforderungen extrem spät, sodass es kein Wunder ist, wenn wir nicht sofort jemanden für den Job haben", so Sibitz. 

Übrigens: Jobs mit guten Aussichten sind, so die IV-Umfrage, im Bereich Elektrotechnik, Kunststofftechnik, Technischer Chemie und Physik zu finden. 

von Kerstin Wassermann und Thomas Leitner, "Kärntner Krone" 

 

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