Pannen-Tupolew
Passagiere fliehen bei Zwischenstopp aus Jet
"Wir hatten Angst um unser Leben", sagte der Arzt Yacine Benchemam am Montagabend. "Wir hatten den Unfall des polnischen Präsidenten im Kopf, als wir gehört haben, dass es eine Tupolew ist." Staatsoberhaupt Lech Kaczynski war am Samstag beim Absturz einer Tupolew ums Leben gekommen. Es sei unzumutbar, dass man seine Kunden "in einem Schrottflugzeug" reisen lasse, so Bencheman.
"Das Flugzeug war in einem äußerst heruntergekommenen Zustand", berichtete der Arzt: "Keine Rückenlehne hielt, die Kabine wackelte, von der Decke tropfte Wasser." Sämtliche Passagiere seien "sehr angespannt" gewesen. Die ägyptische Besatzung habe weder Englisch noch Französisch gesprochen; die Crewmitglieder hätten ihm auf Arabisch gesagt, dass sie "seit 24 Stunden" nicht mehr geschlafen hätten, sagte Benchemam.
Als dann bei einem Zwischenstopp in Bordeaux auf Anordnung der Behörden auch noch ein Reifen gewechselt werden musste, reichte es den Passagieren endgültig. Sie flohen aus dem Jet und weigerten sich, wieder einzusteigen.
Der Reiseveranstalter erklärte, er habe erst in letzter Minute erfahren, dass statt der Fluggesellschaft Koral Blue die Airline Cairo Aviation den Charterflug nach Ägypten übernommen habe. Die 166 Fluggäste wurden schließlich am Montagabend mit einer anderen Maschine an ihren Urlaubsort gebracht, wie es am Flughafen hieß.
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