25.06.2019 15:26 |

Spur nach China

Mobilfunkanbieter von Hackern ausspioniert

Bei Angriffen auf Mobilfunkbetreiber weltweit könnten Hacker laut einer US-israelischen Sicherheitsfirma im vergangenen Jahr sensible Daten von Hunderten Millionen Kunden erbeutet haben. Das Sicherheitsunternehmen Cybereason verdächtigt eine regierungsnahe Gruppe aus China.

Die Gruppe soll in den vergangenen Jahren mit ausgeklügelten Phishing-Attacken die Netzwerke von mindestens zehn Anbietern in Europa, Asien, Afrika und Nahost infiltriert haben, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Unternehmens hervorgeht. Welche Betreiber der Attacke zum Opfer gefallen sein sollen, verriet Cybereason bislang nicht.

Die Angreifer haben sich dem Report zufolge Zugang zu den Firmennetzwerken der Anbieter verschafft. Dabei hätten sie auf viele Kundeninformationen zugreifen können, darunter Rechnungs- und Verbindungsdaten, von den Handys übermittelte Geo-Daten und auch Kennwörter.

„Operation Soft Cell“
Bei der Kampagne mit dem Namen „Operation Soft Cell“ sollen die Angreifer konkret 20 Personen ins Visier genommen haben, um Informationen über diese zu sammeln, darunter Militär-Angehörige, Dissidenten und Spione mit Verbindungen zu China, wie die US-Zeitung „Wall Street Journal“ berichtete. Nähere Angaben zu den mutmaßlich Betroffenen machte Cybereason nicht.

Spur nach China
Den Sicherheitsexperten zufolge trägt der Angriff die Handschrift der bekannten Hacker Gruppe APT10, der in der Szene auch Verbindungen zum chinesischen Ministerium für Staatssicherheit nachgesagt werden Die Abkürzung APT steht für den Fachbegriff „Advanced Persistent Threat“ („Fortgeschrittene Dauerhafte Bedrohung“. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass tatsächlich eine andere Gruppe oder ein anderer Staat hinter der Aktion stecke, hieß es.

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