Die Innsbrucker können sich schon freuen: Das Bergisel-Museum wird ein neues Wahrzeichen der Stadt, wird sich würdig in die Reihe der aufsehenerregenden, modernen Bauten wie Bergiselschanze, Kaufhaus Tyrol oder Hungerburgbahn einreihen.
"Wir sind genau im Zeitplan", freut sich Philipp Stoll, einer der Geschäftsführer von Generalplaner Stoll und Wagner. Das Innsbrucker Büro hatte den EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb gegen 80 international renommierte Konkurrenten gewonnen. Bis jetzt ist man im 20-Millionen-Euro-Rahmen. Im Juli soll der Bau außen fertig sein, dann kommt im Inneren die Feinarbeit, ab heurigem November könnte der Probetrieb laufen, die offizielle Eröffnung soll dann im Februar 2011 stattfinden.
Derzeit stolpert man freilich noch über staubigen Estrich, Bretterverschalungen und unzählige Kabelstränge und Rohrleitungen durch den Rohbau. Die Energiezentrale im Keller ist praktisch fertig, die Anschlüsse für Überwachungskameras und Alarmanlage bereits verlegt.
Historischer Ort aus Dornröschenschlaf geweckt
Der erste Eindruck ist freilich gewaltig! Hier wird ein historischer Ort mit Andreas-Hofer-Denkmal, Urichhaus und Kaiserjägermuseum aus seinem städtebaulichen Dornröschenschlaf geweckt. Das Herzstück des neuen Museums ist der riesige zwölf Meter unterirdisch gelegene Betonzylinder, an dem alle weiteren Zubauten hängen und in dem das Rundgemälde eine moderne, repräsentative Heimstatt finden wird.
Die Übersiedlung auf den Bergisel ist für das Rundgemälde - allen Unkenrufen zum Trotz - die "Lebensrettung" schlechthin. "Es war höchste Zeit", sagt Philipp Stoll. "Durch die Temperaturschwankungen in der alten Rotunde bei der Hungerburgbahn ist der Firnis jedes Jahr matter geworden. Dazu die Hitze und das Licht im Sommer, die Kälte im Winter. Da wurde auch das 100 Jahre alte Gewebe spröde. In 20 Jahren wäre das Gemälde, an dem 20 Leute drei Monate lang gemalt hatten, ausgebleicht und einfach nicht mehr da gewesen." Reinigen, ausbessern, Löcher flicken – eine Heidenarbeit für die Restauratoren.
Größte Museums-Klimatisierung Europas
Das Rundgemälde wird dann an zwei Spindeln vorsichtig und langsam aufgerollt. Allein diese Prozedur wird 100 Tage dauern (ein Meter pro Tag), dann kommt das Gemälde mit einem Spezialtransport auf den Bergisel, wird abgewickelt und montiert. Stoll: "In dem Zylinder haben wir die größte Museums-Klimatisierungsanlage Europas. Denn das Gemälde braucht Ruhe." Und Ruhe wird auch in dem Zylinder herrschen. Da wird kein künstlicher Geschützlärm aus Lautsprechern donnern. "Es wird keine plastikhafte Disneyland-Inszenierung."
Zwei große Fragen sind noch offen. Erstens: Wer wird das Restaurant betreiben? Etwa wie auf der Sprungschanze der ÖSV? Zweitens: Wie wird das Museum heißen? BIM – Bergisel-Museum? MAB – Museum am Bergisel? Wer eine bessere Idee hat - bitte ein Mail schicken an tiroler@kronenzeitung.at, Betreff Bergisel.
von Walther Prüller, Tiroler Krone
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