Havariertes Schiff
Rettungsaktion vor Küste Australiens ist angelaufen
An Bord des mit 68.000 Tonnen Kohle beladenen Schiffes befanden sich etwa 950 Tonnen Öl. Rund vier Tonnen waren schon kurz nach dem Unglück aus einem beschädigten Tank ins Meer gelaufen.
Die Bergungsfirma Svitzer pumpt jetzt das Öl aus der havarierten "Shen Neng 1" und leitet es durch Schläuche in ein anderes Schiff. Die Experten hoffen, dass der 230 Meter lange Kohlefrachter ohne das Öl leicht genug ist, um es vom Riff zu ziehen. Wenn nicht, müsste auch die Fracht von 68.000 Tonnen Kohle umgeladen werden, was eine ungleich größere Herausforderung darstellt.
Ein 250 Mann starker Eingreiftrupp steht am Festland bereit, sollte bei den Pumparbeiten plötzlich ein weiterer Tank aufbrechen und die einzigartige Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs bedrohen. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei aber gering, meinte der Chef der Meeresschutzbehörde im Bundesstaat Queensland, Patrick Quirk.
Schiffseigner entschuldigte sich erstmals
Der Schiffseigner entschuldigte sich indes erstmals öffentlich für den Unfall, brachte zugleich aber Kritik an Australien. Man werde alles tun, um Umweltschäden zu vermeiden. Neue Vorwürfe der australischen Behörden, die Mannschaft habe zwei Stunden gebraucht, um Alarm zu schlagen, seien aber schlicht falsch.
"Die Shen Neng 1 lief am 3. April um 17.05 Uhr auf Grund. Das wurde um 17.10 Uhr dem australischen Zentrum für Rettungskoordination gemeldet", ließ Shenzhen Energy Transport mitteilen. Die Firma ist Teil der chinesischen COSCO, der zweitgrößten Schifffahrtsfirma der Welt. Der Frachter habe eine nötige Kurskorrektur nach Osten versäumt und sei deshalb auf das Riff gelaufen. Die Hintergründe würden noch untersucht, hieß es.
Ermittler erneut auf dem Schiff
Der Kapitän der "Shen Neng 1" hatte sich zuvor mit Bemerkungen, das alles halb so schlimm sei, in Australien unbeliebt gemacht. Australische Ermittler sind am Freitag erneut an Bord gegangen, um die Mannschaft über den Hergang des Unglücks zu befragen. Geprüft wird auch, ob der Steuermann auf der Brücke eingenickt war. Der Frachter war bei voller Fahrt fernab der Schifffahrtsstraße auf das größte Korallenriff der Welt gelaufen. Die Region steht unter Naturschutz und ist ein Weltnaturerbe.
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