Die Befürworter der Umweltzonen mussten lange auf den Beschluss aus Wien warten - am Dienstag gab der Ministerrat nun grünes Licht für die Einführung der Zonen. Wegscheider will die Umweltzone Ende 2011 einführen - wahrscheinlich im Dezember.
Zu wenig Nutzen?
Heftige Kritik an der Zone kommt nach wie vor von der Wirtschaft. Wirtschaftskammer-Präsident Ulfried Hainzl: "Wir sehen kein Argument, das die Fahrverbote rechtfertigt. Der Aufwand ist enorm, die Effekte, die erzielt werden, sind aber minimal." Auch die Autofahrer-Clubs ÖAMTC und ARBÖ wettern gegen die geplante Zone in Graz, denn sie würde der Umwelt kaum etwas bringen. Das hätten schon die Erfahrungen in Deutschland gelehrt. Kritik kommt auch von den Blauen. Man fürchtet unter anderem Nachteile für sozial Schwächere.
In der Steiermark sind etwa 40.000 Fahrzeuge von der Umweltzone betroffen. Auf Fahrverbote einstellen müssen sich Lenker, deren Autos älter als 13 Jahre sind und nicht umgerüstet (Partikelfilter) werden können. Betroffen sind auch Lkws und Busse. Die Feinstaubbelastung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Der Winter 2009/2010 hat diesem positiven Trend aber ein Ende gesetzt.
5,5 Tonnen Feinstaub sollen eingespart werden
In Graz sollen 5,5 Tonnen Feinstaub jährlich eingespart werden - die Umweltzonen nicht eingerechnet. Erreicht werden soll die Reduktion insbesondere durch den massiven Ausbau der Fernwärme: Die Stadt investiert in den nächsten zehn Jahren 100 Millionen Euro. Zusätzlich soll eine zweite Fernwärmeleitung aus Mellach gebaut werden. Kosten: 85 Millionen Euro.
Was noch fehlt, ist die bundesweit einheitliche Einstufung von Fahrzeugen und die Kennzeichnungsverordnung. Die Umweltzone verordnen muss der Landeshauptmann.
von Gerald Richter, "Steirerkrone"
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