17.06.2019 06:08

Gefahr droht

Vorsicht, Wespenstich!

Für Allergiker sollten immer lebensrettende Notfallmedikamente bei sich haben. Für Betroffene gibt es aber auch eine Immuntherapie, um den Sommer unbeschwert genießen zu können.

Etwa jeder 30. Österreicher ist schwer allergisch gegen den Stich einer Biene oder Wespe. Die meisten Insektengift-Allergiker (etwa 75%) reagieren auf Wespenstiche - das sind etwa 200.000 Menschen hierzulande. Für sie sind diese Insekten eine echte Gefahr. Es kann zu einer schweren, mitunter lebensbedrohlichen allergischen Reaktion kommen. So gefährlich sie auch ist, so gut kann sie durch eine gezielte Diagnose festgestellt und durch eine allergen-spezifische Immuntherapie behandelt werden. Symptome sollten man vom allergologisch geschulten Mediziner abklären lassen: Fachärzte für Dermatologie, Pädiatrie, HNO, Pulmologie, Allergieambulanzen in Spitälern oder Allergieambulatorien sind die richtige Anlaufstelle. Optimaler Zeitpunkt für einen Allergietest: etwa einen Monat nach dem Stich. Hautausschlag oder eine kleine Schwellung sind noch kein Grund zur Panik, sondern eine normale Reaktion des Körpers auf das Insektengift. Bei weiteren Reaktionen über die Einstichstelle hinaus sollte ein Facharzt aufgesucht und ein Allergietest durchführt werden. Gefahr droht, wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst (z. B. Nesselausschlag). Diese kann sich auch auf Herz-Kreislauf und Atemwege auswirken, binnen Minuten tritt ein lebensbedrohlicher Zustand ein.

Notfallmedikamente
Wichtig für diese Allergiker ist es, in der warmen Jahreszeit Notfallmedikamente - vor allem einen lebensrettenden Adrenalin-Autoinjektor - mit sich zu führen. Dieses Notfallmedikament sollten Patienten richtig anwenden können. Nur etwas mehr als die Hälfte kann dies tatsächlich. Vom Arzt erklären lassen! Nur durch eine allergen-spezifische Immuntherapie (AIT) ist es möglich, sich vor übermäßigen allergischen Reaktionen zu schützen und angst- sowie stressfrei die warme Jahreszeit verbringen zu können. „Die Erfolgsrate der allergen-spezifischen Immuntherapie bei einer Wespengift-Allergie ist nahezu 100 Prozent. Eine derart gute Wirkung hat keine andere medizinische Behandlung. Dies belegt auch eine aktuelle österreichische Untersuchung: Alle Teilnehmer hatten nach Ende der Studie den Wespenstich vertragen“, erklärt Assoz.Prof. Dr. Gunter Sturm, Leiter der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz.

Immuntherapie
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Behandlung, deren Kosten von der Krankenkasse zur Gänze übernommen werden, ausdrücklich auch für Kinder ab 5 Jahren. Und so funktioniert sie: Der Betroffene bekommt den Allergie-Auslöser monatlich über einen Zeitraum von drei, besser aber fünf Jahren in den Oberarm injiziert. In anfangs steigender Dosierung (Aufdosierungsphase) gewöhnt sich der Körper langsam und nachhaltig an das Insektengift. Mit Erreichen der sogenannten Erhaltungsdosis sind die Patienten geschützt. Diese Aufdosierungsphase kann auf zwei Arten durchgeführt werden: ambulant oder stationär als Schnell-Schema. Danach ist nur noch eine Spritze etwa alle vier Wochen beim niedergelassenen Facharzt nötig (Erhaltungsphase). Die ambulante Aufdosierung dauert mehrere Monate und sollte idealerweise vor der Flugzeit der Insekten beendet sein. Das Schnell-Schema ist mit einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. Ihr Vorteil: Die Therapie kann kurz vor oder sogar während der Saison gestartet werden und bietet einen raschen Schutz bereits nach der ersten Woche.

Weitere Informationen

Karin Rohrer, Kronen Zeitung

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