Zehn Jahre alt und schon steht die erste große Weichenstellung im Leben eines Kindes an: Gymnasium oder Mittelschule? Bildungsminister Christoph Wiederkehr will genau hier ansetzen: Die Volksschule soll künftig sechs statt vier Jahre dauern. Zwei Jahre mehr Zeit für Entwicklung. Weniger Druck für Kinder und Eltern. Kann dieses Konzept Schule machen?
„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“, soll der frühere US-Präsident John F. Kennedy gesagt haben. Der richtige Bildungsweg will also gut überlegt und gewählt sein. Auch deshalb plant das Bildungsministerium unter Christoph Wiederkehr nun Pilotprojekte, die die Volksschule von vier auf sechs Jahre verlängern sollen. Eine längere gemeinsame Schulzeit sei „gut für die Entwicklung“ und stärke die Chancengerechtigkeit, so der Minister. Wien hat sich bereits bereit erklärt, bei der Modellphase mitzumachen. Rückendeckung kommt von der SPÖ, Skepsis hingegen von der Lehrergewerkschaft.
Mehr Zeit, mehr Bildung?
Die Frage ist heikel. Zwei zusätzliche Jahre könnten Druck nehmen. Sie könnten Sprachförderung stärken, soziale Unterschiede ausgleichen, Kindern mehr Zeit geben, ihre Stärken zu entdecken und Interessen zu wecken. Sie könnten aber auch leistungsstarke Kinder bremsen und Probleme mehr aufschieben als beheben. Zwei zusätzliche Jahre kosten Geld, Personal und Raum – alles derzeit knapp. Wer unterrichtet? Wo entstehen neue Klassen? Und ist das der richtige Hebel für ein Bildungssystem, das vielerorts im Argen liegt?
Ist es sinnvoll, Kinder erst mit zwölf statt mit zehn Jahren aufzuteilen? Und ganz persönlich: Wie haben Sie die Entscheidung nach der vierten Klasse erlebt?Teilen Sie Ihre Sichtweise mit uns und der Community in den Kommentaren und diskutieren Sie mit!
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