Veränderungen verunsichern - einmal mehr, einmal weniger. Im Fall der Neuorganisation des Tiroler Rettungswesens ist die Verunsicherung groß. Nach dem Streit über die Ausschreibung für die bodengebundenen Rettungsdienste bringen die Tiroler Grüne nun weitere Kritikpunkte an.
"Nach den Plänen des Landes wird es künftig in Tirol vier statt zwölf bodengebundene Notarztsysteme geben. Das bedeutet enorme Qualitätseinbußen mit längeren Wartezeiten für Patienten", gingen am Freitag LA Gebi Mair und Grüne-Klubobmann Georg Willi auf die Barrikaden.
In Sachen Flugrettung werfen die Grünen dem Land ebenfalls Versäumnisse vor: "Eine bundesweite Regelung ist an Tirol gescheitert. So bleibt die Flugrettung weiter unnötig teuer." Wie viele Notarzt-Stützpunkte künftig betrieben werden, steht laut Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) noch nicht fest.
Es ist geplant, die Notärzte über einen neuen Verein zu organisieren. Ziel sei eine bessere Organisation. "Dadurch wird man die negativen Auswüchse stoppen, dass Notärzte bis zu 740 Euro am Tag verdienen", erklärte VP-Geschäftsführer Hannes Rauch. "Die Grünen sollen endlich mit ihren Verschwörungstheorien aufhören."
Freiwillige formieren sich über Facebook
Dass die Verunsicherung wächst, zeigt die Gründung der Rotkreuz-Freiwilligengruppe auf Facebook mit bereits 150 Mitgliedern. Sie fürchten, dass sie im neuen System keinen Platz haben. Und sie sind enttäuscht, dass sie in der Planung nicht einbezogen werden.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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