Er stand mit leidendem Blick neben der Spielerbank. Dass er nach einer Sperre von vier Spielen zuschauen musste, tat Kent Salfi mehr weh als eine Verletzung. "Ich bin immer noch unter Schock", sagte er vor dem Spiel. Seinen Playoff-Bart hatte er sich nicht abrasiert. "Der bleibt bis zum Ende", zeigte er sich solidarisch mit den Kollegen: "Es tut mir so leid, dass ich dem Team nicht mehr helfen kann."
Die Haie waren zu Beginn arg in Bedrängnis. Dornbirn übernahm vor seinen mehr als 500 mitgereisten Fans das Kommando, ging schnell und billig in Führung (3.). Ex-Hai Pewal trickste Torhüter Seamus Kotyk aus. Innsbrucks Cracks fanden erst gegen Ende des ersten Abschnitts besser ins Spiel. Beobachter Salfi machte da den Eindruck, als ob er beten würde. Der Eishockey-Gott schaute aber zunächst bei Teemu Virtalas Schuss an die Querlatte noch weg (29.).
Etwas Hilfe von oben gab’s dann bei Alex Höllers überfälligem Ausgleich (37.) – große Hilfe kurz darauf. Da hatte Kotyk das Glück des Tüchtigen. Er war ein Teufelskerl, hexte, was das Zeug hielt. Jeder "big save" machte auch die Vorderleute sicherer, gab ihnen Mut zu mehr Risiko. Es war höchst spannend, knisterte in der erstmals vollen Halle. Für Riesenjubel sorgte Julian Jagersbacher mit dem 2:1 (59.). Ein kurioser Treffer mit einer Hand, aber der Puck war im Tor, die Haie bleiben im Titelrennen.
von Alex Tramposch, Tiroler Krone
Nationalliga-Finale (best of five, Stand 1:2)
Innsbruck – Dornbirn 2:1 (0:1, 1:0, 1:0).
Torfolge: 0:1 (3.) Pewal, 1:1 (37.) Höller, 2:1 (59.) Jagersbacher.
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