17.05.2019 14:33 |

Von UK nach Australien

Gefährlicher Zwischenfall für Doppeldecker-Pilotin

Sie ist eine Kämpferin. Aufgeben kommt für Amanda Harrison nicht infrage. Und sie möchte andere inspirieren, mit ihrem Tatendrang und ihrer Abenteuerlust. Die Britin hat sich Großes vorgenommen, sie will in 19 Tagen mit ihrem offenen Doppeldecker vom Typ de Havilland Tiger Moth, Baujahr 1942, von Großbritannien nach Australien fliegen. Ihr Zwischenstopp in Wien wurde allerdings von einem gefährlichen Zwischenfall überschattet.

Harrison hatte in der Vergangenheit bereits ihre Stärke unter Beweis stellen müssen. Im Jahr 2017 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Ein Jahr lang kämpfte sie gegen die tückische Krankheit, ließ Behandlungen und Operationen über sich ergehen, galt 2018 schließlich als geheilt.

„Dies wird mein erstes großes Abenteuer seit meiner Diagnose Brustkrebs“, schreibt die Britin auf ihrer Website. Und sie steckte sich ein großes Ziel: Vorbild und Inspirationsquelle für andere Frauen zu sein. Auch Krebspatienten wolle sie dazu „inspirieren, großartige Dinge in ihrem Leben zu erreichen“ - und nicht zuletzt Frauen im Fliegen fördern.

Amy Johnson als Vorbild
Das größte Vorbild der Pilotin: Amy Johnson, die als eine der größten Flugabenteurerinnen in die Geschichte der Luftfahrt einging und im Jahr 1930 als erste Frau einen Alleinflug von Großbritannien nach Australien wagte. Auch Johnson hatte es in der damaligen Zeit alles andere als einfach, wurden doch Frauen in Männerdomänen eher belächelt, wenig ernst genommen und auch ihr Können infrage gestellt.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, trat sie der ATA (Air Transport Auxiliary) bei und absolvierte Transport- und Versorgungsflüge für die Royal Air Force, die sie zuvor als Pilotin aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt hatte. Am 5. Jänner 1941 stürzte Johnson im Zuge eines Transportfluges mit ihrer Maschine ab, ihre Leiche wurde niemals gefunden.

Gefährlicher Zwischenfall in Wien
Auch ihr möchte Harrison mit ihrer Reise „Tribut zollen“, wie die Britin weiter schildert. Am 11. Mai brach sie schließlich zu ihrem großen Abenteuer auf - doch bei ihrem zweiten Zwischenstopp in Wien sollte es für die Britin zu einem wahren Schockmoment kommen. Mit ihrem offenen Doppeldecker geriet die Pilotin am 14. Mai plötzlich in einen Vogelschwarm, der Flieger wurde dabei beschädigt, doch Harrison blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Die Schäden verdonnerten sie allerdings zu einer Zwangspause von drei Tagen.

Nach der Reparatur der Tiger Moth konnte Harrison schließlich Freitagfrüh vom Flughafen Wien abheben - ihr nächstes Ziel: Hermannstadt/Sibiu im rumänischen Siebenbürgen, ehe es weiter in Richtung Darwin in Australien geht.

Reise mitverfolgen
Harrisons Reise kann man über ihre Website verfolgen, auch hat sie eine GoFundme-Seite eingerichtet, „wenn Sie mir unterwegs mit ein paar Litern W100-Öl (Flugmotoren-Öl, Anm. d. Red.) helfen möchten“, so die Britin. 

Auch wir wünschen Amanda Harrison für ihre Reise alles Gute.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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