Das türkische Camp musste er fluchtartig und besorgt verlassen - denn eine erste Diagnose nach einer Nacht im Spital von Manavgat sprach von Herz-Rhythmus-Störungen, doch bei Lukas Hinterseer wurde eine derart schwere wie komplizierte Erkrankung in Innsbruck nicht festgestellt.
Und trotzdem schlug sein Herz schneller - am Samstag: "Im Bus lief der Film noch einige Male ab." Jener seines ersten Treffers. Dabei rechnete der 18-jährige Kitzbüheler nicht damit, "so schnell wieder im Kader zu sein". Und vor Markus Unterrainer zum Einsatz ("Ich war noch gar nicht richtig warm") zu kommen. "Er ist agiler, kann über die Flügel ausweichen", erklärte Walter Kogler. Hinterseer: "Am meisten hat mir getaugt, dass sich die Mannschaft so mit mir freuen konnte." Auch sein WG-Kollege, Wackers Defensiv-Talent Marco Köfler, auf der Dornbirner Tribüne.
Wacker-Fans belagerten Kabine und Bus
Unter dieser spielten sich eine Viertelstunde nach Schlusspfiff dramatische Szenen ab: 30 Wacker-Fans machten ihrem Unmut über die Vorgangsweise ihrer "Lieblinge" laut kund - weil diese sich nicht in der Fankurve verabschiedet hatten. "Wir fahren Hunderte Kilometer. Und kein Dank." Weil im Innsbrucker Sektor vor dem Spiel "Lustlos verlieren werden wir nicht tolerieren" zu lesen war. "Ich kann eines sagen: Die Mannschaft hat einen Super-Charakter. Da gibt jeder jedes Mal hundert Prozent", versichert Innenverteidiger Uli Winkler, "ab und zu klappt’s eben nicht so gut!"
Vermummte provozierten Polizei
Nach einigen Gesprächen - von Goalie Grünwald mit einem Fan in der Kabine, von der Mannschaft mit vielen Anhängern vor dem Bus - beruhigte sich die Lage. Dafür sorgte auch die besonnene Vorarlberger Exekutive. Die ließ sich durch viele Provokationen (einiger Vermummter) nicht aus der Reserve locken.
"Ein Keil zwischen Team und Fans darf nicht sein. Ich hoffe, am Dienstag im Tivoli gegen die Vienna sind wir wieder eine eingeschworene Einheit." Uli Winklers Worte in Gottes Ohr.
von Gernot Gsellmann, Tiroler Krone
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