24.04.2019 17:29 |

Matrei in Osttirol

Römergrab unter der Nikolauskirche entdeckt

Die romanische Nikolauskirche in Matrei aus dem 12. Jahrhundert ist die älteste Kirche Osttirols. Seit den Neunzigern gibt es hier Grabungen. Nach zwei Vorgängerkirchen wurde  jetzt wieder etwas Interessantes entdeckt: ein römischer Grabbau aus dem 2. Jahrhundert.

Die Überraschung der Archäologen war groß, als in den tieferen Schichten massive Fundamentmauern zum Vorschein gekommen sind. Sie stammen von einem rechteckigen römischen Grabbau. Bereits bei älteren Grabungen konnte in diesem Bereich eine Urnenbestattung des 2. Jahrhunderts nach Christus freigelegt werden.

„Trotz der reichen Funde aus römischer Zeit im Bereich der Römerstadt Aguntum östlich von Lienz handelt es sich dabei um den bislang einzigen bekannten römischen Grabbau in Osttirol“, erklärt Grabungsleiter Florian Müller von der Uni Innsbruck: „Aber niemand aus der Stadt Aguntum, jetzt Dölsach, wurde hier bestattet.“ Die Grabstätte diente wohl eher den Bewohnern einer nahen Villa, also eines bewirtschafteten Anwesens.

Müller: „Die römische Bestattungsstelle dürfte ähnlich einer Kapelle erbaut gewesen sein.“ Interessant ist, dass die frühchristlichen Kirchen sehr dicht übereinander über dieser römischen Grabstätte liegen. Dass der Platz unter der Kirche seit 1800 Jahren genutzt wird, belegen Keramik- und Glasscherben, Eisennägel, eine bronzene Gürtelschnalle und Dutzende Mittelalter-Münzen. Gefunden wurden auch Amphorenstücke und Reste einer Bronze-Gewandnadel.

Es handelte sich übrigens nicht um die ersten Grabungsarbeiten bei der Nikolauskirche. Reste einer Vorgängerkirche aus dem 9./10. Jahrhundert sowie ein dazugehöriges Gräberfeld sind Mitte der 1990-Jahre freigelegt worden. Dabei fand man Hinweise auf eine Nutzung des Platzes in römischer Zeit. Bei weiteren Grabungen in den Jahren 2007 und 2008 wurde ein dritter Kirchenbau entdeckt.

Serina Babka
Serina Babka
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