OÖ-Stammtisch

„Impfgegner vertrauen auf Verschwörungstheorien“

Impfgegner, die lieber irren Verschwörungstheorien als Medizin und Wissenschaft vertrauen, ärgern Tilman Königswieser, Ärztlicher Direktor des Salzkammergutklinikums, der am großen Oberösterreich-Stammtisch von „OÖ-Krone“ und ORF OÖ am Mittwoch um 20 Uhr im Gasthaus Vonwiller in Haslach teilnimmt.

„Krone“: Sie haben für Impfgegner wenig Verständnis?
Tilman Königswieser: Der Großteil der Bevölkerung lässt sich ganz üblich impfen. Bei den Impfgegnern gibt es einerseits jene, die hinterfragen, warum überhaupt geimpft wird – diese kann und soll man überzeugen, auch, weil sie berechtigte Fragen stellen. Dann gibt es Trittbrettfahrer, die nicht Fremde mit einer Nadel auf das eigene Kind loslassen wollen. Ganz schlimm sind aber die religiösen Fanatiker, die man nicht überzeugen kann. Die sind wirklich gefährlich.

„Krone“: Gerade die Masern sind momentan ein Thema, in Klagenfurt wurden Schulen gesperrt, Buslinien eingestellt.
Königswieser: Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die Ukraine hatte bis zu den politischen Wirren ein sehr gutes Impfprogramm. Dann wurde es ausgesetzt. Die Folgen sind nun ersichtlich. Im Vorjahr gab es in der Ukraine 36.000 Masernerkrankungen.

„Krone“: Impfgegner sagen oft, dass sie aus Sorge um ihre Kinder so kritisch sind.
Königswieser: Pro Jahr werden in Österreich bis zu 4 Millionen Impfdosen verabreicht. In der Impfschadenstatistik für die Jahre 2008 bis 2017 gab es insgesamt sieben Fälle.

„Krone“: Darf man Ängste der Eltern einfach beiseite schieben?
Königswieser: Nein, die sind ernst zu nehmen. Aber man muss die Evidenz betrachten, nicht Einzelfälle. Wenn Verschwörungstheorien kommen, wie dass die Pharmaindustrie die WHO sponsert, dann wird es sinnlos.

Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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