So, 21. April 2019
09.04.2019 06:00

Immer mehr Verbote

Aus für Plastik und Zigaretten am Strand

Ihre hart verdienten Ferien genießen viele Urlauber am liebsten mit einer Zigarette und einem gepflegten Getränk am Strand - doch das könnte heuer teuer werden. Nach wie vor gilt Österreich als der „Aschenbecher“ Europas. Auch beim Konsum von Bier liegen wir an zweiter Stelle. „Doch viele dieser ,Laster‘ sind im Ausland zumindest in der Öffentlichkeit nicht mehr erwünscht“, so ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner. So führte Spaniens Sonneninsel Mallorca strenge Regeln gegen den „Sauftourismus“ auf dem Ballermann ein.

Und in Italien sagen immer mehr Urlaubsorte an der Adria, dem „Meer der Österreicher“, Tschickstummeln den Kampf an. In Bibione ist in der diesjährigen Saison auch das Rauchen am Strand untersagt. Zudem gilt in einigen Städten wie Neapel oder Bozen ein Qualmverbot auf großen Plätzen, in Stadien und vor Freilichtbühnen.

In Spanien ist der Glimmstängel etwa in allen Krankenhäusern, Spielplätzen, Schulen, Bars, Restaurants, Discos sowie auf einigen öffentlichen Plätzen verbannt. Raucherzonen in Gaststätten oder auf Flughäfen sind ebenfalls untersagt. Wer gegen den Hinweis „Prohibido fumar“ (Rauchen verboten) verstößt, riskiert eine saftige Geldbuße.

In Paris etwa darf man seit dem 10. Juli des Vorjahres in sechs öffentlichen Parks nicht mehr zur Zigarette greifen. Bisher galt das nur für die etwa 500 Spielplätze der französischen Hauptstadt. Die Zeiten von Baguette, Rotwein und einem Glimmstängel sind passé.

Ballermann jetzt trockengelegt!
Harte Benimmregeln gelten seit 1. April auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca: Gäste dürfen keine Getränke und Speisen aus Partymeilen-Lokalen mitnehmen. Der Ballermann galt immer als feuchtfröhlicher Mix aus Sonnenbrand, Oktoberfest und Alkoholwahnsinn. Doch geht es nach dem Willen der Behörden, ist damit jetzt Schluss. Die Stadt Palma schob in fünf touristischen Gebieten den Bierströmen und Saufexzessen auf der Straße einen Riegel vor und drehte auf den Stränden den Zapfhahn zu. Die „städtische Verordnung für zivilisiertes Zusammenleben“ soll dafür sorgen, dass keine „Alko-Leichen“ auf Straßen und Plätzen herumliegen.

Auch die Gastronomen müssen darauf achten, dass ihre Kunden Speisen und Getränke nicht außerhalb der Lokale konsumieren. Werbung für Happy Hour, Alkohol in Schaufenstern und Sonderangebote auf Flyern sind ebenfalls untersagt. Wer mit Bierflasche oder Sangria-Becher auf der Straße angetroffen wird, muss zahlen. Bei Verstößen werden Strafen von 220 bis 3000 Euro fällig.

Aber wie ist das auf dem Ballermann durchsetzbar? Die Biergärten der Schinkenstraße sollen durch eine „physische Barriere“ abgetrennt werden, damit das Partyvolk seine Aktivität nicht auf die Straße verlegen kann, heißt es.

Auch Plastik wird verbannt
Das italienische Lignano setzt auf Umweltschutz: In der beliebten Salzwasser-Badewanne kämpft man gegen Kunststoff und Zigarettenstummel. „Wir wollen verstärkt auf Nachhaltigkeit und auf den Schutz der Umwelt setzen“, erklärt Giorgio Ardito (Bild unten), Tourismusmanager in der Adria-Metropole, warum die Gemeinde jetzt durchgreifen will.

Jetzt wurden die konkreten Pläne präsentiert: Mit dem Start in die Badesaison am 27. April sollen die Strandbars plastikfrei werden. „Wir fangen in den vielen Strandbars an, in denen nur noch biologisch abbaubare Becher und keine Plastikgefäße mehr ausgegeben werden“, führt der Touristiker aus. In einem nächsten Schritt sollen Plastikflaschen, die Meere und Ozeane verdrecken und als Mikroplastik der Gesundheit schaden, verschwinden.

Auch das Rauchen soll in Lignano, wie in Bibione, eingeschränkt werden. Ardito: „Wir überlegen, ab 2020 rauchfreie Zonen einzuführen. Uns ist aber bewusst, dass wir eine Urlaubsdestination für alle sind, auch für jene Gäste, die rauchen.“ Mit strengen Verboten will man heuer auch dafür sorgen, dass die traditionelle Pfingst-Strandparty im Adria-Ort nicht eskaliert - wie so oft in der Vergangenheit …

Florian Hitz und Thomas Leitner, Kronen Zeitung

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