Auf manchen öffentlichen Toiletten kommt man mit dem Lesen kaum nach. Dies liegt allerdings nicht an der Lektüre, die man möglicherweise in Händen hält, sondern an den Sprüchen an der Wand. Wer sich gründlich damit beschäftigt, kann sogar eine Dissertation darüber schreiben - wie dies an der Uni Wien passiert ist.
Insgesamt 46 WC's der Wiener Universitätuntersuchte der Psychologe Norbert Siegl, um ihre literarischenErgüsse dann genau auszuwerten. Das Ergebnis präsentierteer der Universität Wien in seiner Magisterarbeit unter demschwerverdaulichen Titel: "Geschlechtsspezifische Unterschiedehinsichtlich Häufigkeit und thematischer Inhalte bei Toilettengraffiti".Eine komplexe Bezeichnung für Sprüche von meist mäßigintelligentem Stil. Denn Universitäts-Toiletten-Gekritzelweist kein höheres literarisches Niveau als jenes auf Bahnhofklosauf. Was Siegl mit Gewissheit sagen kann: Männer schreibenaggressiver als Frauen. Studentinnen kommunizieren, anders alsihre männlichen Kommilitonen, "in sehr persönlichemTon" miteinander. Außerdem seien rechtsradikale und fremdenfeindlicheLatrinenparolen auf dem Vormarsch. Auf 318 rechte Hasstiradenkamen 218 dem linken Spektrum zuzuordnende Konter.
"Hochaggressive Töne" fänden sich fastausschließlich auf den Herren-Toiletten, Siegl spricht voneinem "Verbalkrieg an der Klowand", der "bis hin zur Androhungder physischen Vernichtung des Gegners" reiche. Meistens gehtes aber doch etwas "harmloser" zu, Sprüche wie "Tritt näher,er ist kürzer als du denkst!" bezeugen dies. Was das stilleÖrtchen an Weisheiten zu bieten hat, verrät dir Krone.at!
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