28.03.2019 08:30 |

Über Pläne und Sorgen

7 Fragen an elf neue Land-Bürgermeister

Für die meisten ist es völliges Neuland: Sie wurden gerade frisch gewählt und gestalten ihre Heimat jetzt an der Spitze mit. Elf neue Bürgermeister von Forstau bis St. Martin bei Lofer oder der neuen Ortschefin von Mühlbach trafen sich zu einer Art „Bürgermeister-Schulung“. Die „Krone“ stellte sieben Fragen.

Warum tun Sie sich das Bürgermeisteramt an?

„Weil es meine Heimat ist“, sagt Anna Reitinger (ÖVP), die frischgebackene Bürgermeisterin von Mühlbach am Hochkönig, die die Gemeinde umgefärbt hat. Die Bäuerin mit Angus-Rinder-Betrieb überraschte mit einem sensationellen Ergebnis: „Dass wir auch in der Gemeindevertretung so hoch gewinnen, hätte niemand gedacht“, strahlt sie. Wo sie herkommt? „Aus Mühlbach, natürlich“, lacht sie. Der enorme Zeitaufwand, mit dem Bürgermeister rechnen müssen, macht ihr nichts aus: „Ich bin sehr gesellig und schätze die Vereine.“

Warum finden sich in vielen Gemeinden so schwer Bürgermeister-Kandidaten?

„Ich glaube, das liegt oft an der beruflichen Situation“, meint Josef Kocher, 37 Jahre und neuer ÖVP-Ortschef der kleinen Gemeinde Forstau. Selbst ist er Autoverkäufer in einem Familienbetrieb in Radstadt, kann sich das flexibler einteilen als andere Angestellte.

Braucht man politische Erfahrung?

„Ich bin seit 2013 in der Gemeindevertretung“, erzählt Hubert Stock, der neue schwarze Bürgermeister von Werfen. Schrittweises Hineinwachsen sei sicher von Vorteil. Neben der Amtsstube bleibt er dem Land weiterhin auch als Wolfsbeauftragter erhalten und leidet trotzdem nicht an Zeitknappheit: „Ich nehme jede Herausforderung an, das zieht sich in meinem Leben durch.“

Haben die Vorgänger viel vorgelegt?

In Berndorf will Johann Stemeseder nahtlos an den Stil von Langzeit-ÖVP-Bürgermeister Josef Guggenberger anknüpfen. Von der 380 kV-Leitung bis zum Ortsbildschutz war der Vorgänger für einen strengen, aber fairen Kurs bekannt. „So geht es weiter“, meint Stemeseder, bisher Vize.

Was sind die größten Sorgen am Land?

„Der Verkehr“, sind sich alle einig. Gerade in abgelegenen Regionen kennt die Gemeindepolitik den Kampf um gute Verbindungen schon lange. „Als Seitental haben wir es nicht einfach“, meint Klaus Drießler, der bereits angelobte Ortschef von Thomatal (überall sonst stehen die Übergaben Anfang April an). Thomatal hat das mit einem Bürgerbus, wo Freiwillige Schüler und ältere Menschen chauffieren, gut gelöst.

Was sind jetzt die wichtigsten Aufgaben?

Da gibt es eine Vielzahl. „Unser Seniorenheim“, sagt Johann Gassner, Ortschef von Taxenbach. „Die Wildbachverbauung und der Bahnausbau“, zählt der Werfener Kollege auf.

Wann brauchen Sie die Landespolitik?

„Als finanzschwache Gemeinde ist uns der richtige Draht zum Land sehr wichtig“, informiert Michael Lackner, Wahlsieger in St. Martin bei Lofer. Projekte gibt es viele: Auch die bisher gescheiterten Thermen-Visionen sollen noch nicht für immer ruhen

Sabine Salzmann

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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