In der Schule werden in der Regel die literarischen Klassiker als Theaterstücke aufgeführt, man denke etwa an Goethes‘ „Faust“ oder Shakespeares‘ „Romeo und Julia“. Anders an einer Schule in den USA, die jetzt mit großem Bastel-Aufwand und viel Liebe zum Detail ausgerechnet Ridley Scotts Science-Fiction-Filmklassiker „Alien“ auf die Bühne gebracht haben. „Alien: The Play“ sorgt seither für Begeisterungsstürme im Netz und wurde binnen kürzester Zeit zum viralen Welthit.
Perfecto Cuervo, Englischlehrer und Leiter der Theater-Gruppe an der North Bergen High School im US-Bundesstaat New Jersey, ist ein großer Fan der „Alien“-Filmreihe, die im März vor 40 Jahren mit dem bis heute unvergesslichen Klassiker „Alien“ von Meisterregisseur Ridley Scott - mit Sigourney Weaver in der Paraderolle der knallharten Astronautin Ellen Ripley - ihren Anfang nahm.
Wenn der Xenomorph durchs Publikum schleicht ...
Cuervo beschloß kurzerhand seine zwei Leidenschaften auf der Bühne zusammenzuführen - und die Idee einer „Alien“-Theaterfassung war geboren. Ganze zwei Monate lang feilte der Lehrer dann daran, aus dem Drehbuch des Films eine Bühnenfassung namens „Alien: The Play“ zu machen, insgesamt dauerten die Vorbereitungen rund acht Monate. „Es folgt exakt dem Film mit einigen Extra-Szenen, um Zeit für den Umbau beim Szenenwechsel zu schaffen“, so Cuervo gegenüber dem Hollywood-Branchenblatt Entertainment Weekly. In einer solchen Extra-Szene schleicht etwa der Xenomorph, so die wissenschaftliche Bezeichnung für die letalen Außerirdischen, durch das Publikum, um Zeit zu schinden.
Aufführung mit viel Liebe zum Detail
Neben einem Trailer für das Theaterstück auf YouTube (siehe Video oben) sorgen seit der Aufführung am vergangenen Wochenende vor allem mehrere Videos, aufgenommen vom Publikum, für wahre Begeisterungsstürme in sozialen Netzwerken. Die Aufnahmen machen mehr als deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail etwa die Kostüme und die Requisiten für das Stück - aus Recycling-Müll - zusammengebastelt wurden. Allein der Xenomorph-Ganzkörperanzug kann es mit den besten Cosplayer-Kostümen, wie man sie auch hierzulande mittlerweile dank Comic-Messen und einschlägigen Events kennt, aufnehmen.
Und wer den Film aus dem Jahr 1979 noch in Erinnerung hat, erkennt vielleicht sogar so manche ikonische Szene wieder. Allen voran wohl den ersten Kontakt der menschlichen Protagonisten mit der außerirdischen Spezies: in der Albtraum-verursachende Szene springen aus überdimensionalen, schleimigen „Eiern“ die „Facehuggers“ den Astronauten ins Gesicht. Eine Begegnung mit fatalen Folgen …
Auch Prominente wie Frodo-Darsteller Elijah Wood aus den Herr-der-Ringe-Filmen zeigten sich schwer angetan von dem Alien-Theater. „Heilige Scheiße“ kommentierte der Schauspieler in einem Tweet. Die Verantwortlichen des offiziellen Alien-Kontos auf Twitter teilten die Aufnahmen der Aufführung mit den Worten „Wir sind beeindruckt. 40 Jahre und noch immer erfolgreich!“.
Schüler finanzierten Theaterstück mit Spenden
Cuervo und seine Schüler, die größtenteils aus einkommensschwachen Familien kommen, können sich jedenfalls freuen. Auch angesichts der Tatsache, dass die Schule eigentlich gar keine Theatergruppe hat. Der Englischlehrer inszenierte bislang Stücke aus reiner Leidenschaft, hofft aber dank der gewaltigen positiven Resonanz künftig auf ein richtiges Budget. Die Mittel für „Alien: The Play“ hatten die Jugendlichen übrigens durch Spenden gesammelt.
Und wer jetzt ganz unerwartet Lust auf „Alien“ bekommen hat, hat zumindest in Wien demnächst die Gelegenheit den Klassiker und seine ebenso kultige Fortsetzung „Aliens“ von Regisseur James Cameron auf der großen Leinwand zu sehen. Das Gartenbaukino zeigt anlässlich des 40. Jubiläums von „Alien“ beide Filme, Teil 2 sogar im extra-breiten 70mm-Format, am 18. April!
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