21.03.2019 08:00 |

28.000 Euro gestohlen

Drei Jahre Haft für Raubüberfall auf Freier

Haftstrafe lautete am Mittwoch das Urteil für einen Rumänen am Innsbrucker Landesgericht. Gemeinsam mit einem Komplizen, der bereits verurteilt wurde, überfiel der Mann nämlich einen Freier, der die Nacht bei einer Prostituierten in Innsbruck verbrachte. Für den Freier setzte es Schläge, für die Räuber eine Aktentasche voller Geld - die hatte der Freier nämlich zu seinem Liebesabenteuer mitgebracht.

„Ich war an dieser ganzen Sache nicht beteiligt“, beteuerte der 30-jährige Rumäne am Mittwoch immer wieder. Aussagen, die im Gerichtssaal für Kopfschütteln sorgten, wurde er doch vom Opfer, der Prostituierten und seinem Komplizen belastet.

Beziehung vorgegaukelt
Aber was war geschehen? Im Juli 2015 überfiel der Rumäne gemeinsam mit einem Komplizen einen 46-jährigen Freier, der offenbar nichts ahnend im Bett einer Prostituierten in Innsbruck lag. Der Einheimische brachte zu seinen Abenteuern stets eine Aktentasche mit. Der Inhalt: 28.000 Euro in bar. Von diesem Geld wusste die Prostituierte offenbar, der Freier nahm nämlich an, mit ihr in einer Beziehung zu sein. „Das Vertrauen zu ihr war eine Wahrheit, die ich in mir gespürt habe“, sagte der Mann bei einer der vorherigen Verhandlungen aus – und ergänzte: „Da habe ich mich wohl getäuscht.“

Überfall auf den Freier
Die betroffene Dame war in Wahrheit offenbar mit einem 47-jährigen Rumänen liiert, der durch sie von dieser Aktentasche erfuhr – und den Freier dann gemeinsam mit dem am Mittwoch angeklagten Mann um das Geld erleichterte. Seine Verhandlung fand bereits im Oktober statt. Unter Tränen gab der Rumäne damals an, „in einigen Punkten sehr schuldig zu sein“. Das sah der Richter auch so und verurteilte ihn zu drei Jahren Haft. In seiner Verhandlung erzählte der 47-Jährige aber, dass der Kopf hinter der Aktion der am Mittwoch angeklagte 30-jährige Rumäne gewesen sei. Der wollte davon wiederum nichts wissen: „Die anderen haben mich nur belastet, damit sie freikommen.“

Drei Jahre Haft
Trotz mehreren Hinweisen des Richters, dass diese Aussage keinen Sinn mache, da sowohl der Komplize als auch die Prostituierte bereits verurteilt wurden, blieb der Mann bei seiner Version der Geschichte. Verurteilt wurde er trotzdem: Drei Jahre Haft, nicht rechtskräftig. Das Geld wird der Freier übrigens ziemlich sicher nicht mehr wiedersehen.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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