19.03.2019 11:16 |

Abkommen unterzeichnet

Starten US-Raketen bald auch von Brasilien aus?

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro trifft am Dienstag seinen US-Amtskollegen Donald Trump. Der umstrittene südamerikanische Staatschef hat ein geopolitisch attraktives Geschenk mit im Gepäck. Bolsonaro hat nämlich bereits vor dem Treffen mit Trump ein Abkommen mit US-Unternehmen zur Nutzung des Weltraumbahnhofs in Alcantara im Norden des Landes unterzeichnet. „Wir wollen Brasilien wieder groß machen, so wie Trump die USA wieder groß machen will“, sagte Bolsonaro, der als Trump-Fan gilt, am Montag bei der US-Handelskammer.

Die Vereinbarung mit US-Unternehmen sieht technische Sicherheitsmaßnahmen vor, um kommerzielle Satellitenstarts in Alcantara zu ermöglichen. Alcantara liegt im nördlichen Bundesstaat Maranhao an der brasilianischen Atlantikküste. Wegen seiner günstigen Lage nah am Äquator benötigen Trägerraketen weniger Treibstoff als an anderen Startplätzen. Mit dem Abkommen mit den USA will Brasilien den europäischen Weltraumbahnhof in Kourou im benachbarten Französisch-Guayana ausstechen.

Legt sich Brasiliens Parlament quer?
Allerdings muss das brasilianische Parlament dem Deal noch zustimmen. Bolsonaros Vorgänger Fernando Henrique Cardoso war mit einem ähnlichen Vorschlag am Abgeordnetenhaus gescheitert. Beim Veto wurde auf die Souveränität Brasiliens verwiesen.

Bolsonaro und Trump liegen in vielen Fragen auf einer Linie. Sie verbindet ihre nationalistische Haltung und ihre Ablehnung multilateraler Bündnisse. Die Reise in die USA ist Bolsonaros erster Staatsbesuch seit seinem Amtsantritt im Jänner. Der selbst erklärte Trump-Bewunderer hat eine Neuausrichtung der brasilianischen Außenpolitik und eine Annäherung an die USA angekündigt.

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