Nigl soll als "ausgewiesener Experte die schwierige Personalaufgabe" bei der Post bewältigen, heißt es in einem Vorab-Bericht des Magazins "Format". Er wolle eine leistungsorientierte Unternehmenskultur einführen, meinte der Manager, wegen dessen mutmaßlicher Datensammelwut die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Von Telekom zu ÖBB zu Post
Es gehe ihm aber nicht um Personalabbau, wird Nigl zitiert. Abbau per Kündigung ist bei der Post ohnehin fast unmöglich, da 60 Prozent der Mitarbeiter beamtet sind. Rund 500 von ihnen befinden sich im "Karriere- und Entwicklungscenter" der Post, wo sie bei etwas reduziertem Einkommen zum Daumendrehen verurteilt sind. Daneben gibt es die Pläne, Post-Beamte bei der Polizei unterzubringen.
Erfahrung mit dienstfrei gestellten Beamten dürfte Nigl bereits haben: Vor seiner Karriere bei den ÖBB war er Personalchef der Telekom Austria, wo laut aktuellen Angaben noch immer 887 beamtete Mitarbeiter dienstfrei gestellt sind, weil sie Aufgrund alter Verträge nicht verwendbar und gleichzeitig unkündbar sind.
Zentrale Figur in ÖBB-Datensammel-Affäre
Der 46-jährige Nigl, der als ÖVP-nahe gilt, stand letztes Jahr im Zentrum der ÖBB-Datenaffäre. In den ÖBB war unter seiner Personalressort-Führung jahrelang nicht nur über die Zahl der Krankenstände der Mitarbeiter genau Buch geführt worden, sondern verbotenerweise auch über Diagnosen. Die Daten sollen dann u.a. bei Beförderungen herangezogen worden sein. Nigl hat aber stets betont, dass diese Datensammlung Vorstand und Gewerkschaft bekannt war, was diese allerdings dementieren. Derzeit ermittelt der Staatsanwalt nach einer Sachverhaltsdarstellung der ÖBB.
Der gelernte Nachrichtentechniker Nigl war bei der Bahn zuletzt als Chef der in Auflösung befindlichen ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft untergebracht. Ein anderer Job war nach dem Datensammel-Fiasko am Widerstand der Belegschaftsvertretung gescheitert.
Post-Betriebsrat wird Nigl an Taten messen
Der Betriebsrat der Post AG hat zurückhaltend auf die Bestellung Nigls zum neuen Personalchef reagiert. "Nigl ist ein Vollprofi was das Beamten-Dienstrecht betrifft, verwies Betriebsratschef Gerhard Fritz auf die Erfahrung des Wieners bei der Telekom Austria und den ÖBB. Man werde Nigl an seien Taten messen - und hier vor allem an den Leistungen den Mitarbeitern gegenüber, so Fritz.
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