Martin Grubinger ist ein Pendler. Ein Pendler zwischen den Orten und Kulturen: Regelmäßig fährt der Musiker zwischen seinem Haus in Neukirchen an der Vöckla im Hausruckviertel zu seiner Arbeit als Universitätsprofessor am Mozarteum in Salzburg, seiner Geburtsstadt. „Ein Haus, in dem ich alle meine Musikinstrumente hätte unterbringen können, wäre für mich in Salzburg unerschwinglich gewesen“, sagt Grubinger.
Daher lebt Grubinger nun mit seiner Frau, der Pianistin Ferzan Önder, und dem achteinhalbjährigen Sohn Noah in der oberösterreichischen Heimat seiner Mutter - „der Mama“, wie Grubinger sie nennt. „Die Mama“ ist sowieso eine zentrale Person im Leben des international umjubelten Virtuosen.
Bereits mit vier Jahren am Schlagzeug
Aber ohne seinen Vater wäre Martin Grubinger natürlich nicht nur nicht da, sondern jetzt auch nicht dort, wo er heute steht: an der Spitze unter den klassischen Musikern auf den Konzerthausbühnen der Welt. Grubinger wurde von seinem Vater bereits ab seinem vierten Lebensjahr zum Schlagzeuger ausgebildet. Es folgten Studienjahre am Bruckner-Konservatorium in Linz und am Mozarteum in Salzburg.
Grubinger pendelt aber nicht nur zwischen Salzburg und Oberösterreich, sondern auch zwischen den Kulturen. Das betrifft sein musikalisches Repertoire ebenso wie die von ihm bereisten Länder - von Asien bis Amerika ist er an 270 Tagen des Jahres unterwegs.
Was an Grubinger sofort auffällt, sind seine unbändige Energie, seine Zuversicht, seine Leidenschaft und sein Humor. Dabei trommelt oder redet er oder er trommelt und redet, und wenn er nicht Musik macht, dann politisiert er, macht sich Gedanken über die Lage des Landes, den Zustand Europas oder der Welt. Und dabei ist er bis in die kleinsten Details gut informiert.
Präziser Beobachter unserer Gesellschaft
Was die Politik betrifft, will Grubinger nicht einfach nur ein Konsument der in den Medien transportierten Vorgänge sein. Grubinger will sich einmischen. Grubinger sieht sich nicht einfach als Musiker, der das Publikum begeistert und unterhält. Er ist auch ein präziser Beobachter der Gesellschaft in einem Land, das er liebt, aber dabei auch zunehmend Entwicklungen sieht, die ihn mit Sorge erfüllen. Aber Grubinger ist keiner, der jammert, sondern einer, der es in die Welt hinaustrommelt - und jetzt auch schreibt.
Martin Grubinger, 1983 geboren, lebt in Oberösterreich und unterrichtet am Mozarteum in Salzburg. Mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, gilt Grubinger als einer der weltbesten Multipercussionisten. Er hat gefeierte Auftritte von der New Yorker Carnegie Hall über das Concertgebouw in Amsterdam bis zuletzt in der Elbphilharmonie in Hamburg. Grubinger gilt als ein politisch ebenso gründlich informierter wie gesellschaftlich engagierter Künstler.
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