21.02.2019 16:08 |

„Diskriminierend“

Streit um Karfreitag: Protestanten wollen klagen

Anstatt den tobenden Streit um den Karfreitag mit ihrer Lösung zu beenden, hat ihn die Regierung damit erst richtig angefacht. Die evangelische Kirche prüft eine Klage, weil man sich durch den halbierten Feiertag in der Religionsausübung gestört fühlt. Stattdessen wollen sie einen frei wählbaren Feiertag.

Die Regierung präsentierte diese Woche eine Lösung in der Debatte um den Karfreitag - beendet ist sie damit allerdings noch lange nicht. Zu viele Gruppen sind mit dem halben Feiertag nicht zufrieden, vor allem die Protestanten: Der evangelische Synodenpräsident Peter Krömer plädiert für einen individuell bestimmbaren freien Tag zur Religionsausübung. Die Regierung solle „religiöse Feiertage sauber und diskriminierungsfrei regeln“, fordert Krömer.

Klage gegen „Halbierung“
Bischof Michael Bünker erwägt indes eine Klage gegen die angekündigte „Halbierung“ des Karfreitags. Bünker lässt nun rechtliche Schritte gegen diesen Plan prüfen. „Bei uns werden viele Gottesdienste am Karfreitag in der Früh und am Vormittag von Ehrenamtlichen geleitet. Die Regelung stellt eine echte Hürde dar“, sagt der evangelische Bischof und sieht damit das Grundrecht auf Religionsausübung „stark beeinträchtigt“.

„Brauchen nicht diskriminierende Regelung“
Krömer fordert die Regierung daher auf, eine saubere und nicht diskriminierende Regelung zu treffen, die auch jüdische und islamische Feiertage berücksichtigt. „Es macht keinen Sinn, jedes Jahr betreffend einer anderen gesetzlich anerkannten Kirche und Religionsgesellschaft um eine Feiertagsregelung einen Rechtsstreit zu führen.“ Er plädiert daher für einen individuell wählbaren freien Tag zur Religionsausübung.

„Entlastung von der Regierung“
Heftige Kritik kommt auch aus dem Handel: Der Karfreitag sei ein starker Einkaufstag, auf den man nicht verzichten kann, so Rewe-Boss Marcel Haraszti. Neuerliche Zuschläge kann sich der Handel nicht leisten, da erwarte er eine „Entlastung von der Regierung“. Auch die Wirtschaftskammer wettert dagegen, die Geschäfte müssten aber offen bleiben.

Kronen Zeitung

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