Mi, 20. März 2019
21.02.2019 09:00

Mehr Sonnenstunden:

Frühlingsgefühle täuschen, Winter hält länger an!

Endlich Sonne! Die Vögel singen schon. Die Menschen ziehen sich die Jacken aus, lassen sich Gesicht und Arme wärmen. Der Winter holt nach, was er im Jänner versäumt hat: Er zeigt sich zahm in den Bergen und in den Tälern packt er sogar schon Frühlingsgefühle aus. Und jeder Tag wird um drei Minuten länger…

Gute Zeiten für jene, die in der dunklen Jahreszeit eher vom Blues geplagt werden: Die Sonne holte im Februar gehörig auf.„Der anhaltende Hochdruck sorgt für überdurchschnittliche Sonnenscheindauer“, sagt Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst UBIMET. Windischgarsten erreichte mit 103 Sonnenstunden fast sein übliches Soll, ebenso Bad Ischl mit 93. Mit 82 Sonnenstunden bekam Weyer mehr als je zuvor in diesem Monat. Ebensee, im Jänner noch Stiefkind, holte mit 58 Stunden auf. Jeder Tag wird zudem um zwei bis drei Minuten länger.

Oben Winter, unten Frühling
Zweigeteilt ist unser Bundesland, wenn es umFrühlingsgefühle geht. In tieferen Lagen und im Zentralraum singen die Vögel, während etwa in Bad Goisern noch tiefster Winter herrscht. Nahe Freistadt ist der Skilift in Betrieb, die Eisstockschützen nützen den Frauenteich im Zentrum lieber nicht mehr. Das Eis ist dünn geworden. Aber: „Frühblüher unter den Pflanzen warten sichtlich ab, der Winter wirduns noch länger Frost bescheren, nicht nur am Morgen“, meint „Wetterhans“ Gessl - siehe Interview.

Erste Sommerprognose
Anhand von Baumknospentrieben prophezeit Gessl: „Die Esche ist weit vorne, die Eiche ganz hinten.“ Nach der Bauernregel gedeutet: „Der Sommer wird wieder trocken und heiß.“

Endlich Wende angehen!
Passende Stichworte für Klima-Landesrat Rudi Anschober: „Das Vorjahr brachte ein extrem warmes, zu trockenes Sommerhalbjahr.“ Globale Erwärmung ist nichtzu leugnen: „Es braucht jetzt eine Energie- und Verkehrswende, auch in Oberösterreich.“ Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs solle endlich angegangen werden.

„Der Winter bleibt lange“, meint Hans Gessl aus Grieskirchen. Natur und Bauernregeln haben es dem „Wetterhans“ gesagt. Was er weiß, sagt er im „Krone“-Interview.

„Krone“: Waren Sie schon in der Sonne unterwegs?
Wetterhans: Ja, aber nur mit Haube und Jacke! Die Frühlingsgefühle, die in diesen Tagen in uns geweckt werden, sind leider sehr trügerisch!

„Krone“: Was ist so tückisch?
Wetterhans: Die Sonne ist stark, aber in der Nacht ist Frost. In höheren Lagen ist sowieso noch Winter.

„Krone“: Viele ziehen sich schon das T-Shirt an…
Wetterhans: In der Sonne tut das gut, aber kaum geht man ums Eck, wird man vom kühlen Ostwind erwischt, den bemerkt man kaum - und schon ist der Schnupfen eingefangen!

„Krone“: Was erzählen die ersten Frühlingsboten?
Wetterhans: Ich spaziere gerne durch den Auwald. Der Bärlauch ist momentan noch kaum zu sehen. Was wir Frühling nennen, wird daher noch auf sich warten lassen.

„Krone“: Wie lange wird der Winter noch dauern?
Wetterhans: Heuer gilt der Spruch: Der Winter kommt bald, wird kalt und alt. Jetzt bewegen wir uns buchstäblich auf dünnem Eis: Es kommt uns warm vor, die Eisschicht auf den Teichen nimmt ab. Aber wir müssen mit Frosteinbrüchen bis zu den Eisheiligen rechnen.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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