So, 17. Februar 2019
12.02.2019 16:03

Man darf sie behalten!

Mysteriös: Amazon-Händler senden ungefragt Handys

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet von einer mysteriösen Kampagne einiger Händler am Amazon Marketplace. Demnach verschicken diese ungefragt und ohne dass die Ware je bestellt worden wäre Dinge vom Smartphone um Hunderte Euro bis zum Sexspielzeug an offenbar zufällig ausgewählte Empfänger. Diese dürfen die Produkte behalten.

In den Kundenkonten der auf diesem mysteriösen Weg Beschenkten taucht dabei keinerlei Bestätigung auf, berichten die Konsumentenschützer. Ein Muster ist in der verschickten Ware nicht wirklich zu erkennen. Manche Amazon-Kunden erhielten Handys, andere Handyhüllen, Kabel, Ferngläser, Mausefallen oder Sexspielzeug.

Was man nicht bestellt hat, darf man behalten
Für die auf diesem Weg Beschenkten erfreulich: Rechtlich gesehen dürfen diese die Ware behalten. Was ungefragt zugeschickt wird, muss nicht aufbewahrt werden und darf - je nach Gusto - verschenkt, entsorgt oder eben behalten werden. Dass sich manch einer durch die ungefragte Zusendung von Sexspielzeug belästigt fühlen könnte, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Amazon selbst sieht solche Vorgänge gar nicht gern und spricht von „betrügerischen Methoden“ und klaren Verstößen gegen die hauseigenen AGB. Woher die Händler die Adressen der Beschenkten haben, ist unklar. Laut Amazon gebe man diese nicht weiter. Händler, die ungefragt Produkte verschicken, droht der E-Commerce-Gigant mit Sperre und rechtlichen Schritten.

Grund für die Schenkungen bleibt mysteriös
Rätselraten herrscht derweil, was die Gründe für die mysteriösen Schenkungen anbelangt. Hoffen hier Händler aus Fernost darauf, dass die Beschenkten ihnen die Zusendung mit einer positiven Rezension danken? Will man auf diese Weise die Produkte bekanntmachen? Oder ist es schlicht günstiger, Restbestände an Fremde zu verschicken, statt sie fachgerecht zu entsorgen?

Für letztere Theorie spricht zumindest, dass sich Amazon zuletzt den Ruf erarbeitet hat, ein Ort der Vernichtung einwandfreier Produkte zu sein. Nahezu neuwertige Ware werde im großen Stil zerstört, berichtete vor einigen Monaten das ZDF. Und zwar nicht nur Amazons eigene Lagerbestände, sondern - gegen Entsorgungsgebühr - auch jene von Marketplace-Händlern, die Amazon als Logistikdienstleister nutzen. Intern werden diese Entsorgungssendungen offenbar mit der Versandmethode „Destroy“ gekennzeichnet. Umweltschützer gaben sich entsetzt.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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