Do, 13. Dezember 2018

„Riesengroßer Skandal“

08.06.2018 15:22

Amazon zerstört massenhaft fast neuwertige Artikel

Der Onlinehändler Amazon vernichtet massenhaft zurückgegebene und noch neuwertige Produkte. Laut Insidern werden in den deutschen Logistiklagern des Versandhändlers „in großem Umfang“ Güter aller Art entsorgt, darunter Möbel, Kühlschränke, Handys und Matratzen. Umweltschützer orten einen „riesengroßen Skandal“.

Amazon zerstöre dabei laut Berichten des ZDF und der „Wirtschaftswoche“ vom Freitag nicht nur unbrauchbare Produkte, sondern auch funktionstüchtige und teilweise neue Artikel. Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtete demnach, dass sie jeden Tag Waren im Wert von Zehntausenden Euro vernichtet habe. Das ZDF berichtet in seinem Magazin „Frontal 21“ am Dienstag über seine Recherchen, die „Wirtschaftswoche“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Amazon selbst bestritt nicht, Artikel zu entsorgen und erklärte stattdessen, über mehrere Programme zu verfügen, um die „Entsorgung von Produkten“ weiter zu reduzieren - etwa über Wiederverkäufe oder Spenden. Amazon arbeite „kontinuierlich an der Verbesserung von Nachfrageprognosen“, um die Zahl nicht verkaufter Artikel zu minimieren, teilte der Händler in seiner Stellungnahme mit.

Umweltstaatssekretär spricht von „riesengroßem Skandal“
Heftige Kritik an der vom ZDF und der „Wirtschaftswoche“ aufgedeckten Praxis kam von der deutschen Bundesregierung. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. Er sprach von einem „riesengroßen Skandal“ und kritisierte die Ressourcenverschwendung. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer nannte die Praxis „unverantwortlich“. Greenpeace forderte ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware.

Den Medienberichten zufolge bietet Amazon seinen Entsorgungsdienst auch externen Anbietern an, die den Logistikservice „Versand durch Amazon“ nutzen. „Sie können Ihren Lagerbestand auf Wunsch von uns entsorgen lassen“, heißt es demnach in einer Angebotsübersicht von Amazon. Auf entsprechenden Produktlisten tauchen etwa Kinderturnschuhe und Kopfhörer auf, die intern mit der Versandmethode „Destroy“ gekennzeichnet wurden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Millionen-Spiel
Rapid-Wunsch: Magische Nacht für neuen Meilenstein
Fußball International
Wahnsinns-Grätsche
Wöber mit brutaler Rolle im Amsterdam-Thriller
Fußball International
Lustige Tweet-Kampagne
Wiener Polizei warnt Schotten-Fans vor Glühwein!
Fußball International
Digitale Trends
Die besten Smartphones zum Weihnachtsfest
Digitale Trends

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.