Fr, 17. August 2018

„Riesengroßer Skandal“

08.06.2018 15:22

Amazon zerstört massenhaft fast neuwertige Artikel

Der Onlinehändler Amazon vernichtet massenhaft zurückgegebene und noch neuwertige Produkte. Laut Insidern werden in den deutschen Logistiklagern des Versandhändlers „in großem Umfang“ Güter aller Art entsorgt, darunter Möbel, Kühlschränke, Handys und Matratzen. Umweltschützer orten einen „riesengroßen Skandal“.

Amazon zerstöre dabei laut Berichten des ZDF und der „Wirtschaftswoche“ vom Freitag nicht nur unbrauchbare Produkte, sondern auch funktionstüchtige und teilweise neue Artikel. Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtete demnach, dass sie jeden Tag Waren im Wert von Zehntausenden Euro vernichtet habe. Das ZDF berichtet in seinem Magazin „Frontal 21“ am Dienstag über seine Recherchen, die „Wirtschaftswoche“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Amazon selbst bestritt nicht, Artikel zu entsorgen und erklärte stattdessen, über mehrere Programme zu verfügen, um die „Entsorgung von Produkten“ weiter zu reduzieren - etwa über Wiederverkäufe oder Spenden. Amazon arbeite „kontinuierlich an der Verbesserung von Nachfrageprognosen“, um die Zahl nicht verkaufter Artikel zu minimieren, teilte der Händler in seiner Stellungnahme mit.

Umweltstaatssekretär spricht von „riesengroßem Skandal“
Heftige Kritik an der vom ZDF und der „Wirtschaftswoche“ aufgedeckten Praxis kam von der deutschen Bundesregierung. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. Er sprach von einem „riesengroßen Skandal“ und kritisierte die Ressourcenverschwendung. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer nannte die Praxis „unverantwortlich“. Greenpeace forderte ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware.

Den Medienberichten zufolge bietet Amazon seinen Entsorgungsdienst auch externen Anbietern an, die den Logistikservice „Versand durch Amazon“ nutzen. „Sie können Ihren Lagerbestand auf Wunsch von uns entsorgen lassen“, heißt es demnach in einer Angebotsübersicht von Amazon. Auf entsprechenden Produktlisten tauchen etwa Kinderturnschuhe und Kopfhörer auf, die intern mit der Versandmethode „Destroy“ gekennzeichnet wurden.

 krone.at
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