Sinnloses Scrollen versus soziale Kontakte: Ein Leben ohne soziale Medien hat Vor- und Nachteile. „Krone“-Praktikantin Marie Komposch (18) wagt ein (Gedanken-)Experiment.
Was wäre, wenn ich von einem Tag auf den anderen keinen Zugriff auf Snapchat, Instagram und Co. mehr hätte?
Eines ist klar: Nicht nur meine Bildschirmzeit würde sich drastisch reduzieren. Ich wäre vor allem dazu gezwungen, im Moment zu leben – ganz nach dem Motto „Carpe diem“. In diesem Fall würde mich das Verbot daran hindern, meine Lebenszeit mit sinnlosem Scrollen zu verschwenden.
Auf der anderen Seite würde durch das Verbot der Kontakt zu Freunden abbrechen, mit welchen ich mich selten treffe und deshalb über Social Media in Verbindung bleibe. Es würde sich so anfühlen, als hätte ich keinerlei Anbindung zur Außenwelt. Ich bin am Land aufgewachsen und kann deshalb aus Erfahrung sagen, dass die nächste Freundin durchaus ein paar Kilometer weit weg wohnen kann. Das fördert die Einsamkeit.
Immer öfter habe ich mich in den letzten Monaten dabei erwischt, wie ich Zeit sinnlos am Handy vergeudet habe.

Marie Komposch, Praktikantin
Bild: Elena Überbacher
Eigenverantwortung über Traumwelt
Jugendliche sind auf soziale Kontakte angewiesen und fehlende Zugehörigkeit kann negative Folgen haben. Selbst wenn die Kontra-Argumente mir zu denken geben, bin ich prinzipiell für ein Verbot sozialer Medien – weil es einen zurück in die Gegenwart holt. Immer öfter habe ich mich in den letzten Monaten dabei erwischt, wie ich Zeit sinnlos am Handy vergeudet habe. Deshalb habe ich mich am Aschermittwoch dazu entschieden, in der Fastenzeit ein Social-Media-Detox zu machen.
Schlussendlich entscheidet (noch) jeder und jede selbst über den Social-Media-Konsum. Auch wenn es verlockend ist, in der digitalen Fantasiewelt zu versinken, sollte man sich der Realität und des echten Lebens fernab des Bildschirms bewusst sein.
Marie Komposch
Ich finde es gut, wenn Social Media erst ab 14 Jahren erlaubt ist, weil dann passiert auch nicht so viel Mobbing dort. Ich selbst benutze zurzeit Instagram und Snapchat am häufigsten.

Mia (12)
Bild: Elena Überbacher
Ich bemerke, dass Kinder im jungen Alter schon sehr früh Social Media benutzen. Ich glaube, wenn es ein allgemeines Verbot für alle gibt, dann ist auch das Bedürfnis danach nicht so da.

Marco (17)
Bild: Elena Überbacher
Viele Kinder wissen nicht, wie sie mit sozialen Netzwerken umgehen sollen und machen auch viel Blödsinn auf den Apps. Ich halte es für wichtig, dass auch Eltern zuschauen und Grenzen setzen.

Romy (14)
Bild: Elena Überbacher
Auf Social Media sind leider Gottes auch viele Pädophile unterwegs. Ich finde dennoch, dass man mit vierzehn da schon unterwegs sein kann. Ein Verbot bis 13 Jahre ist für mich sinnvoller.

Marcel (15)
Bild: Elena Überbacher
Bestimmte Plattformen, so wie WhatsApp darf man schon früher nutzen. Denn laut den AGBs darf man das erst ab 13 Jahren. Diese App ist gar nicht so gefährlich.

Friedericke (10)
Bild: Elena Überbacher
Mein erstes Smartphone mit der Möglichkeit auf soziale Netzwerke habe ich mit zwölf Jahren bekommen. Zu Hause gibt es bei mir keine Beschränkungen, was die Nutzung dieser Apps betrifft.

Rico (14)
Bild: Elena Überbacher
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