09.02.2019 05:00 |

Chaos am Brenner:

„Grenze der Belastbarkeit ist überschritten“

Massive Schneefälle haben am vergangenen Samstag für ein Verkehrschaos am Brenner gesorgt. Die Südtiroler Brennerautobahn A22 musste wegen Lawinengefahr und hängen gebliebener Lkw komplett gesperrt werden. Weil auch die Brennerstaatsstraße (SS12) und die Brennerstraße (B182) wegen Lawinengefahr nicht passierbar waren, ging am Brenner gar nichts mehr. Das unglaubliche Chaos löste eine Welle an Reaktionen und gegenseitigen Schuldzuweisungen aus. Am Freitag trafen sich nun Regierungsmitglieder aus Innsbruck, Bozen und Trient, Vertreter der österreichischen und der italienischen Polizei sowie der beiden Autobahnbetreiber A22 und Asfinag im Landhaus in Bozen. Gemeinsam ging man an die Aufarbeitung des Megastaus.

Vergangenen Samstag ging an der Grenze zu Italien wirklich gar nichts mehr. Ein völliger Verkehrskollaps legte die wichtige europäische Achse über den Brenner vollständig lahm. Nun will das Chaos gemeinsam aufgearbeitet und analysiert weden. LHStv Ingrid Felipe und LHStv Josef Geisler fuhren als Teilnehmer der Tiroler Politik deshalb am Freitag nach Bozen und machten dort klar: „Der Verkehrskollaps vom letzten Samstag hat als Spitze des Eisbergs deutlich gemacht, wie sehr das zumutbare Maß an Schwerverkehr bereits überschritten ist. Die notwendige Verbesserung der Informationsströme und Abstimmung der Verkehrslage zwischen Tirol und Südtirol waren wichtiger Inhalt der heutigen Gespräche. Wir sollten aber diese außergewöhnliche Situation am letzten Samstag vom grundsätzlichen Problem des starken Verkehrsaufkommens sehr genau trennen. Das Transitproblem müssen wir in Tirol, Südtirol und Trentino gemeinsam angehen.“

„Belastbarkeit erreicht“
„Wir haben mit 2,42 Millionen Fahrten im letzten Jahr und über 20 Prozent Transitzunahme allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Die Grenzen der Belastbarkeit sind nicht nur für Mensch und Umwelt erreicht, auch für die Straßeninfrastruktur selbst. Ein kleiner Störfall genügt, um die europäische Verkehrsachse über den Brenner vollständig lahmzulegen. Um nicht vollends überrollt zu werden, wird sich das Land Tirol nicht von der Verschärfung verkehrslenkender Maßnahmen abbringen lassen,“ machte Sicherheitslandesrat Josef Geisler deutlich.

Güterströme verlagern
Im Zuge des Verkehrstreffen wurde gemeinsam festgestellt, dass kein Weg an einer Verlagerung der Güterströme auf die Schiene vorbeiführt. Dafür brauch es eine funktionierende Logistikkette auf dem bestehenden Bahnsystem genauso wie verkehrslenkende Maßnahmen, vor allem Kostenwahrheit auf der Straße, zur Attraktivierung des Bahntransportes, hieß es weiter.

Maßnahmen umsetzen
Konkret wurde die Einrichtung eines Dosiersystems südlich des Brenners bei einer absehbaren Überlastung der Autobahn ins Auge gefasst. „Wir haben in Tirol sowohl auf den Bundesstraßen als auch auf der Autobahn gute Erfahrungen gemacht. Dieses Know-How sollten wir gemeinsam nutzen, um die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs auf dem gesamten Brennerkorridor von Kufstein bis nach Verona sicherzustellen“, betonte LHStv. Felipe. Als kurzfristige Lösungsansätze wurden auch verstärkte Kontrollen der Wintertauglichkeit und Ausrüstung der LKW durch die Exekutive sowie rechtzeitige Auffahrverbote auf die Autobahn bei einer absehbaren Verkehrsüberlastung vorgeschlagen.

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