Gekleidet wie "Mamas Liebster" betrat der angeklagte Tiroler den Verhandlungssaal. Ein typischer "dem hätt ich das nie zugetraut"-Fall. Geschieden, Vater eines Sohnes. Seine Rechtfertigung für seine widerlichen Taten hätte man ihm auch kaum zugetraut: "Wissen Sie Frau Richterin, ich habe in der Zeitung so oft über Kinderpornos gelesen, dass ich wissen wollte was das überhaupt ist" begründete der perverse Wörgler (42) die Beschaffung von etwa 200 Bildern sowie 80 Videos, deren Inhalt jüngste Kinder in sexuellen Posen waren.
Außerdem hatte er da noch so einen Bekannten, der angeblich zu feig war, sich solch perverses Datenmaterial zu beschaffen: "Ich hatte vor, ihm eine CD zu brennen. Doch die anklagenden Blicke vor Gericht und das Wissen, etwas Falsches gemacht zu haben, zwangen den Mann zu einem Geständnis. "Hosen runter"!
Die Staatsanwältin war wenig beeindruckt von der späten Reue und fand klare Worte. "Wegen solcher Bilder und Videos sterben unschuldige Kinder. Und das nur, weil sich solche Leute aufgeilen wollen", schrie sie förmlich durch den kleinen Gerichtssaal.
Der Angeklagte hatte Glück, dass man ihm keine Weitergabe von Dateien nachweisen konnte. "Nur dieser Umstand rettet sie vor einer Haftstrafe", so Lukasser. Urteil: 1.680 Euro teilbedingte Geldstrafe. "Ihretwegen leiden Kinder", sagte Lukasser noch abschließend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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