Geständnis im TV

BBC-Moderator: “Ich habe meinen Liebhaber getötet”

Ausland
16.02.2010 19:14
Schock-Beichte im britischen TV. In einer Dokumentation zu den Themen "Tod und Sterben" gestand BBC-Moderator Ray Gosling, seinen Liebhaber umgebracht zu haben. Der junge Mann habe demnach an Aids gelitten, starke Schmerzen gehabt und sei kurz vor dem Tod gestanden. Der mittlerweile 70-Jährige habe seinen Freund deswegen im Krankenhaus mit einem Kissen erstickt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

In bewegenden Worten schilderte Gosling, wie er seinen Liebhaber vor Jahren von dessen Qualen erlöste: "Die Ärzte sagten mir, dass er keine Chance mehr hat und an unsäglichen Schmerzen leidet. Daraufhin bat ich sie, das Zimmer zu verlassen, nahm ein Kopfkissen und drückte zu." Als die Ärzte kurze Zeit später zurückkamen, habe er nur "Er ist gegangen" gesagt. Dann habe er das Krankenhaus wortlos verlassen. Offenbar zeigten ihn die Mediziner nicht an.

Gosling, der in den 60er-Jahren vor allem durch seine Dokumentationen berühmt geworden war, ist auch heute noch davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. "Wenn man jemanden liebt, dann ist es einem nicht egal, wenn dieser Mensch leidet. Es war eine scheußliche Situation. Ich habe ihn doch so geliebt", so der Moderator. "Wir hatten eine Abmachung. Wir haben gesagt, dass wir die Qualen beenden würden, wenn die Medizin nicht mehr weiterhelfen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Verbrechen ist."

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen
Doch genau das prüft nun die Polizei. Laut einem Behördensprecher haben die Beamten Ermittlungen aufgenommen. Allerdings dürften sich die Nachforschungen schwierig gestalten, wenn Gosling nicht kooperiert. Denn bislang nannte er weder den Namen seines Liebhabers noch das Krankenhaus, in dem er seine Tat verübt hatte. Die BBC, die die Ausstrahlung des pikanten Beitrags nicht verhindert hatte, sicherte der Polizei volle Unterstützung bei den Ermittlungen zu.

Das Video mit Goslings Geständnis findest du in der Infobox.

Durch Goslings Geständnis wurde in Großbritannien eine heftige Debatte über Sterbehilfe entfacht. Ein Sprecher der Anti-Sterbehilfe-Gruppe "Care Not Killing" sagte: "Das war keine Beihilfe zum Selbstmord, sondern vorsätzliche Tötung." Den entgegengesetzten Standpunkt vertritt die Organisation "Dignity of Dying". "Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Sterbehilfe ein großes Problem ist, das uns alle betrifft", so Sprecherin Sarah Wootton.

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