Nur 'Blech' für Mario

Scheiber rast knapp an Olympia-Bronze vorbei, Defago siegt

Tirol
15.02.2010 20:50
Nur 12 Hundertstel haben auf eine Medaille gefehlt: Der Osttiroler Mario Scheiber muss sich bei der olympischen Herren-Abfahrt in Whistler mit dem vierten und damit undankbarsten Platz zufrieden geben. Im Hundertstel-Krimi holte sich der Schweizer Didier Defago Gold vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (+0,10) und US-Boy Bode Miller (+0,12).

"Mich hat es oben einmal ein bisschen überdreht, da war ich im weichen Schnee draußen. Dann bin ich immer schneller geworden, der untere Teil war sehr, sehr stark. Ich weiß, wo ich die zwölf Hundertstel auf Bronze verloren habe", meinte Scheiber, der im Finish auch noch den Zielsprung verpatzt hatte, in seiner ersten Reaktion. "Man muss schon sagen, bei Olympia ist es ganz bitter, wenn man Vierter ist, das ist der undankbarste Platz. Es war alles ganz knapp zusammen. Ich habe mein Bestes gegeben, aber es hat leider nicht gereicht

Kröll und Walchhofer landen auf Platz neun und zehn
Die weiteren Österreicher hatten dagegen mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Klaus Kröll (+0,56) wurde unmittelbar vor Michael Walchhofer (+0,57) Neunter, und Hans Grugger (+1,50) musste sich gar nur mit Rang 22 begnügen. "Ich habe leider in den beiden Linkskurven ein bisschen die Linie verloren und dabei auch wichtige Zehntel. Mit dem Rennen sonst bin ich zufrieden. Da herunter darf man aber keine Fehler machen, wenn man eine Medaille holen will", betonte Kröll.

Walchhofer war trotz seiner Knieverletzung sehr zuversichtlich ins Rennen gestartet, wollte dann aber offensichtlich zu viel. "Ich war wirklich optimistisch, am Start hat alles gepasst, beim Fahren dann nicht. Ich bin sehr enttäuscht", gestand der Salzburger Ex-Weltmeister und Olympia-Zweite von 2006. "In der Kompression bin ich schlecht gefahren, das hat sich dann fortgesetzt. Es wollte nicht sein. Zu viel Gewalt geht offenbar auch nicht."

Hans Pum sichtlich enttäuscht
ÖSV-Alpinchef Hans Pum war ebenfalls sichtlich enttäuscht. "Wenn man keine Medaille gewinnt, dann tut das sehr weh. Die Chance wäre dagewesen", meinte der Oberösterreicher. "Favoriten fahren in solchen Rennen oft zu verkrampft, während Leute wie ein Defago, der noch Qualifikation hier fahren musste und bei den Schweizern nur dritte oder vierte Wahl war, ganz locker in so ein Rennen gehen können."

Während das geschlagene ÖSV-Team seine Wunden leckte, hatten die Medaillengewinner gut lachen. "Olympiasieger klingt sehr, sehr gut", frohlockte Triumphator Defago. "Ich bin sehr zufrieden, ich bin ein tolles Rennen gefahren. Ich werde jetzt die kommenden Tage hier genießen." Auch Svindal strahlte über Silber und kündigte bereits den Angriff auf das nächste Edelmetall an: "Das ist ein sehr gutes Gefühl, unglaublich! Ich werde jetzt probieren, in der Kombination am Dienstag so weiter zu machen."

Das Ergebnis der Olympia-Abfahrt der Herren:

Rang

Name

Land

Zeit

 1

DEFAGO Didier 

SUI 

 1:54.31

 2

SVINDAL Aksel Lund 

NOR 

 1:54.38

 3

MILLER Bode 

USA 

 1:54.40

 4

SCHEIBER Mario 

AUT 

 1:54.52

 5

GUAY Erik 

CAN 

 1:54.64

 6

CUCHE Didier 

SUI 

 1:54.67

 7

POISSON David 

FRA 

 1:54.82

 8

BUECHEL Marco 

LIE 

 1:54.84

 9

KRÖLL Klaus 

AUT 

 1:54.87

 10

WALCHHOFER Michael 

AUT 

 1:54.88

 11

JANKA Carlo 

SUI 

 1:55.02

 12

HEEL Werner 

ITA 

 1:55.19

 12

OLSSON Hans 

SWE 

 1:55.19

 14

PERKO Rok 

SLO 

 1:55.26

 15

FILL Peter 

ITA 

 1:55.29

 16

THEAUX Adrien 

FRA 

 1:55.40

 17

OSBORNE-PARADIS Manuel 

CAN 

 1:55.44

 18

KOSTELIC Ivica 

CRO 

 1:55.49

 19

INNERHOFER Christof 

ITA 

 1:55.58

 20

NYMAN Steven 

USA 

 1:55.71

 21

WEIBRECHT Andrew 

USA 

 1:55.74

 22

GRUGGER Hans 

AUT 

 1:55.81

 23

HOFFMANN Ambrosi 

SUI 

 1:56.04

 24

KEPPLER Stephan 

GER 

 1:56.11

 25

HUDEC Jan 

CAN 

 1:56.19

 26

FAYED Guillermo 

FRA 

 1:56.20

 27

CLAREY Johan 

FRA 

 1:56.29

 28

JERMAN Andrej 

SLO 

 1:56.35

 29

JAERBYN Patrik 

SWE 

 1:56.58

 30

BANK Ondrej 

CZE 

 1:56.66

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