Angst im Sessellift

“Beim letzten 10-Euro-Schein wurde ich erst gesehen”

Tirol
14.02.2010 19:18
Stundenlang war Samstag im Skigebiet Hochzillertal der Münchner Dominik P. (22) bei minus 15 Grad auf einem Sessellift gefangen, ehe er unterkühlt gerettet werden konnte. Um in stockdunkler Nacht auf sich aufmerksam zu machen, verbrannte der Mann alles, was er hatte: Geldscheine, Taschentücher, Prospekte. Erst beim letzten 10-Euro-Schein wurde er entdeckt, schildert P. der "Krone".

Dominik P. wollte gegen 16.15 Uhr mit dem Lift ins Tal fahren, um den Skibus nach München zu erwischen. Er stieg bei der Bergstation ein und fuhr talwärts. Als er sich zwischen Liftstütze 16 und 17 befand, wurde der Lift abgeschaltet. Heinz Schultz, Chef der Bergbahnen, zur "Krone": "Der Einstieg ist durch eine Kette gesperrt, zudem zeigt eine Verbotstafel an, dass Talfahrten unmöglich sind."

P. will davon nichts gesehen haben: "Ich konnte ungehindert den Lift besteigen. Plötzlich blieb er stehen, ich befand mich über der Piste. Als sich nach 15 Minuten nichts bewegte, begann ich zu schreien und zu gestikulieren: Doch mehrere Skifahrer sowie ein Skidoo rasten unter mir vorbei. Als es finster wurde und ich Pistenraupen sah, habe ich begonnen, alles Papier anzuzünden. Zunächst die Taschentücher, dann ein Prospekt und schließlich Geld: So rund 80 bis 100 Euro. Am Ende hatte ich genau noch einen 10-Euro-Schein: Dessen Feuerschein wurde gesehen, der Lift eingeschaltet." 

Das Handy war zu Hause, "damit es nicht einfriert"
Total unterkühlt wurde der 22-Jährige ins Krankenhaus nach Schwaz gebracht, wo ihn seine Eltern abholten. Ein Mobiltelefon – Empfang im ganzen Skigebiet – hätte ihn sofort gerettet, aber: "Das hatte ich zu Hause, damit es nicht einfriert."

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone
Symbolbild

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