3. Täter verhaftet
Duisburger Mafia-Morde vor der Aufklärung
Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Ingo Wolf, sprach am Freitag in Düsseldorf von einem großen gemeinsamen Fahndungserfolg der italienischen und der deutschen Polizei. Zeitweise hatten 90 deutsche Ermittlungsbeamte zusammen mit italienischen Kollegen an dem Fall gearbeitet. Das Verbrechertrio erwartet nun der Prozess in Italien.
Hinweise dank Telefonüberwachung
Wichtige Hinweise erhielten die Ermittler unter anderem durch die Überwachung der Telefongespräche und der Internetkommunikation der Schwestern des im März 2009 in Amsterdam als mutmaßlicher Haupttäter verhafteten Giovanni S.. Darin bezeichneten die Schwestern den nun festgenommenen Sebastiano N. als "Dummkopf", der bei der Tat Spuren hinterlassen habe und deswegen noch lebenslänglich ins Gefängnis wandern werde.
Eitelkeit eines Verdächtigen hilft Polizei
Doch spielte den Polizisten auch die Eitelkeit der mutmaßlichen Mafiosi in die Hände. Denn die Tatsache, dass Giovanni S. in den Medien als Haupttäter bezeichnet wurde, ärgerte seinen im November 2008 wegen Drogenhandels in den Niederlanden festgenommenen Schwager Giuseppe N. offenbar sehr. Ein Kronzeuge berichtete der italienischen Polizei, dass N. sich ihm gegenüber damit gebrüstet habe, nicht nur an der Tat beteiligt, sondern sogar deren Drahtzieher gewesen zu sein. Giovanni S. habe zwar bei dem Anschlag mitgewirkt, aber er, N., habe das Sagen gehabt, zitierte der Zeuge den Mafiosi.
Sechs Italiener erschossen
Das Trio wird für eines der schwersten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte verantwortlich gemacht. Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant "Da Bruno" sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden. Das Vorgehen erinnerte an eine Hinrichtung. Hintergrund der Tat war den bisherigen Ermittlungen zufolge ein seit 1991 in Süditalien schwelender Mafiakrieg zwischen konkurrierenden Clans.
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