Kritik an Minister
Aufregung um “McItaly”-Burger mit Staatssiegel
Bei der Premiere des "McItaly" Ende Jänner ließ sich Zaia als Hamburger-Koch in einer Filiale der Fast-Food-Kette feiern. Monatliche Mehreinnahmen von 3,5 Millionen Euro werde die rein aus italienischen Produkten hergestellte Fleischlaberl-Kreation den Bauern bringen, sagte der Minister, der sich dabei auch als eine Art Bezwinger der US-Kette darstellte.
Der Deal kostete aber: McDonald's darf auf den Ciabatta-Burger mit italienischem Rindfleisch, Asiago-Käse und Artischocken sogar ein Staatssiegel kleben. "Mit Unterstützung des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft", heißt es, Das Siegel sei bisher nur bei Kulturinitiativen und Umweltschutz-Projekten üblich gewesen, merken Kritiker an.
Opposition: "Arbeitet er für Italien oder für McDonald's?"
Die Opposition lässt kein gutes Haar an dem Snack. "Es stellt sich die Frage, ob Minister Zaia für Italien oder für McDonald's arbeitet", ätzte Nicodemo Oliviero von der Demokratischen Partei. Italienischen Lebensmittelherstellern lasse Zaia selten so große Aufmerksamkeit zukommen. Die Kooperation schreie geradezu nach Ermittlungen der italienischen Anti-Korruptionsbehörden.
Zaia entgegnete, das amerikanische Unternehmen arbeite schon seit Jahren mit der Regierung zusammen. Außerdem erschließe man mit dem Burger neue Märkte für Italiens Bauern und schaffe bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für heimische Produkte. Am Montag lobte Zaia, der eigentlich als Behüter der italienischen Gastronomie gilt, die Verkaufszahlen. Mit 100.000 verkauften "McItalys" in der ersten Woche habe man alle Erwartungen übertroffen.
Slow-Food-Pionier stellt Vorteil für Bauern infrage
Den Gastronomen im Gourmetland Italien läuft indes weniger das Wasser im Mund, denn mehr der Schaum davor zusammen. Carlo Petrini, Begründer der italienischen Slow-Food-Bewegung, die 1986 in Reaktion auf das erste McDonald's-Restaurant in Turin entstand, fordert von Zaia eine lückenlose Aufstellung der Erträge für die Bauern und für den US-Konzern. Er glaube nicht, dass der Deal den Landwirten tatsächlich helfe. Auch Zaias Argument, dass der Burger die Identität der heimischen Landwirtschaft ins Globalisierungsalter trage, lässt Petrini nicht gelten. "Dafür müsste sich das Produkt von anderen Burgern unterscheiden, auch im Geschmack..."
Laut Zaia wird das "McItaly"-Programm in den nächsten Wochen ausgebaut. Einen weiteren Burger und eine italienische Salatkreation soll es bald in allen 392 McDonald's-Restaurants geben.
In Österreich betreibt die amerikanische Fast-Food-Kette McDonald's übrigens 169 Restaurants, beschäftigt 6.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 406 Millionen Euro. Die Kette verwendet laut eigenen Angaben bei Fleisch, Eiern, Kartoffeln und Brötchen ausschließlich Produkte aus Österreich. Das Unternehmen darf sich deswegen mit dem Gütesiegel der Agrarmarkt Austria schmücken. Sein erstes Austro-Lokal eröffnete McDonald's im Jahr 1977 am Wiener Schwarzenbergplatz.
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