18.01.2019 10:50 |

Verdächtiger in Haft

Studentin (21) in Melbourne „zufällig“ ermordet

Während sie mit ihrer Schwester telefonierte, ist im australischen Melbourne eine 21-jährige Studentin aus Israel ermordet worden. Die grausame Tat erschüttert über die Grenzen des Landes hinaus - vor allem weil es sich laut Polizei um einen Mord quasi im Vorbeigehen handelte. Ein 20-Jähriger ist in Haft, die Familie des Opfers am Boden zerstört: „Sie hatte die Wahl, in Melbourne oder in New York zu studieren. Sie hat sich für Australien entschieden, weil sie dachte, dort sei es sicherer.“

Aiia Maasarwe starb in der Nacht auf Mittwoch, als sie gerade auf dem Heimweg von einem gemütlichen Abend mit Freunden war, wie 9News berichtete. Aufnahmen aus Überwachungskameras zeigen die 21-Jährige bei der Bourke Street, wo sie in eine Straßenbahn nach Mundoora stieg. Gegen Mitternacht stieg sie vor dem Shoppingcenter Polaris aus und wollte den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Doch da dürfte ihr Killer auf sie aufmerksam geworden sein.

Schwester verlässt seit dem Mord ihr Zimmer nicht mehr
Während die 21-Jährige per Facetime telefonierte, fiel ein Mann über sie her. Hilflos saß ihre Schwester am anderen Ende der Leitung und bekam mit, wie Aiia getötet wurde. Nachdem das Handy der Austauschstudentin zu Boden gefallen sei und sie Stimmen gehört habe, habe sie umgehend die Polizei alarmiert, erzählten Familienmitglieder dem nationalen Nachrichtendienst des Nine Network. Die Schwester sei seit dem Vorfall „untröstlich“ und verlasse ihr Zimmer nicht mehr.

Die Leiche der 21-Jährigen wurde in einem Gebüsch unweit der La Trobe University gefunden, wo sie studiert hatte - etwa 50 Meter von der Haltestelle entfernt, an der sie aus der Straßenbahn gestiegen war.

„An dieser Uni ist es ruhig, nett und ungefährlich“
Für diese Uni hatte sie sich entschieden, weil es ihr Traum gewesen sei, im Ausland zu studieren, und weil sie Melbourne für sicherer gehalten habe als New York, erzählte Aiias Onkel: „Sie hat gesagt, dass sie an die La Trobe geht, weil es ruhig, nett und ungefährlich sei.“ Ein solch grausamer Tod sei das Letzte, das er „in einem Land wie Australien erwartet“ habe.

Aiia sei ein guter Mensch gewesen. „Sie hat immer gelächelt, hatte so viel Energie“, erzählte der Onkel. Der Vater der Studentin habe vorgehabt, sie eine Woche später in Melbourne zu besuchen. Jetzt musste er seine Reise vorverlegen - um die Leiche seiner Tochter nach Israel zu holen.

„Meine Tochter hat alle Menschen und Kulturen respektiert“
Gemeinsam mit Hunderten Trauernden - unter ihnen auch Polizisten - nahm er an einer Mahnwache auf den Stufen des Victorian State Parliament teil. Seine Tochter sei ein wunderbarer Mensch gewesen, der „alle Menschen und Kulturen respektiert hat“. Er hoffe, dass sie nun an einem besseren Ort sei.

20-Jähriger beim Mittagessen festgenommen
Am Freitagvormittag wurde ein 20-Jähriger aus Greensborough, einem Vorort der Millionenstadt, beim Mittagessen mit einer jungen Frau in einem Park festgenommen. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht. Der Verdächtige werde befragt. Ein Foto zeigt ihn in einem weißen T-Shirt und dunkler Jacke auf der Rückbank eines Polizeiautos.

„Entsetzlicher Angriff auf einen Gast in unserer Stadt“
Die Polizei dankte der Öffentlichkeit für ihre Mithilfe bei den Ermittlungen. Für die Behörden ist das Verbrechen ebenso erschütternd, wie Kriminalpolizist Andrew Stamper am Donnerstag sagte: 
„Dies war ein schrecklicher, entsetzlicher Angriff auf eine vollkommen unschuldige Frau, die ein Gast in unserer Stadt war.“

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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