"Drogen-Samariter"

Brüder vor Gericht: ‘Haben nix verkauft, nur verschenkt’

Tirol
09.02.2010 11:16
Unschuldslämmer ist gar kein Begriff für die drei Angeklagten und deren "gute" Absichten. Wäre da nur nicht rund ein Kilo Heroin und ein Strafprozess gewesen, in dem sie sich verantworten mussten. Die Geständnisse verwandelten sich am Montag in Kopfschütteln. Verkauft wollen die beiden Haupttäter nix haben, nur verschenkt...

Die zwei hauptangeklagten Brüder, beides Bauarbeiter, sind schwer drogensüchtig. Täglich konsumierten sie bis zu fünf Gramm Heroin! Und das mitten auf den Baustellen in Innsbruck. Laut Anklage haben sie dort nicht nur konsumiert, sondern auch eine regen Heroin-Handel betrieben. Diesen Vorwurf bestätigen einige Zeugen. "Verkauft haben wir nicht direkt, nur weitergegeben oder verschenkt", so der Erstangeklagte (25). 

Ob er denn keine Gegenleistung erhalten habe, fragte die Staatsanwältin? "Der Typ war ja arm und süchtig. Ich hab ihm halt was gegeben, ab und zu gab er mir Geld", so der "Samariter". Sein Bruder will nur konsumiert und nichts von dem Heroin-Handel gewusst haben. Der Drittbeschuldigte war Lieferant: "Dass ich Heroin lieferte, war mir aber nicht klar." Der Prozess wurde vertagt.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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