Musiktheater:

Feuerrote Elektra mit Improtheater-Erfahrung

Oberösterreich
27.12.2018 11:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Als Elektra mit feuerroten Haaren kommt die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä (36) erneut ans Musiktheater - ihr Debüt in Linz gab sie letztes Jahr in der gefeierten Strauss-Oper „Die Frau ohne Schatten“. Warum es sie nun wieder nach Linz zieht und wie sie mit den starken Gefühlen von Elektra umgeht, erzählte sie der „Krone“.

„Krone“: Für „Die Frau ohne Schatten“ gab es letztes Jahr sehr gute Kritiken - wie haben Sie diese Oper in Erinnerung?

Värelä: Es war eine wunderbare Produktion in der wunderbaren Linzer Oper. Allerdings ist es ein sehr langes Stück, da braucht man eine überzeugende Besetzung - und die hatten wir wohl.

Bruckner-Orchester-Dirigent Markus Poschner wollte Sie für die „Färberin“.

Ja, wir arbeiteten 2016 in Bremen zusammen und er hat mich damals überredet, mich dafür zu bewerben.

Nun sind Sie bald wieder im Linzer Musiktheater zu sehen - die Proben für „Elektra“ laufen momentan auf Hochtouren - wie geht es Ihnen mit dieser intensiven Rolle?

Es ist mein erstes Mal und es ist natürlich eine sehr berühmte und schwierige Rolle, aber irgendwie scheint die Musik von Richard Strauss sehr gut zu meiner Stimme zu passen, auch wenn ich manchmal glaube, dass das eigentlich eine Liga zu hoch für mich ist. Mit „Elektra“ wird wirklich ein Traum für mich wahr!

An welche Vorbilder halten Sie sich beim Einstudieren?

Ich versuche, meinen eigenen Weg zu finden, denn gerade bei diesen ikonischen Rollen hat man doch eine fixe Idee, wie es sein sollte, und davon will ich eigentlich weg. Aber ein Gesangs-Vorbild ist für mich sicher die Schwedin Birgit Nilsson.

Die dominierenden Emotionen von Elektra sind nach dem Mord an ihrem Vater Agamemnon Rache und Wut, wie gehen Sie damit um?

Elektra ist blind vor Rachelust, aber das ist alles, was sie am Leben hält. Es sind sehr extreme Emotionen, in die man sich da hineinversetzen muss. Da kann es passieren, dass ich selber schon richtig wütend bin, bevor ich noch auf der Bühne stehe, das kann für die Menschen um mich herum anstrengend sein.

Sie können nicht nur singen, sondern haben auch Erfahrung mit Improtheater.

Ja, das war zu meiner Studentenzeit. Das war lustig, aber auch oft angsteinflößend. Dabei habe ich gelernt, voll im Moment zu sein und immer in Kontakt mit den Kollegen zu bleiben - Fähigkeiten, die mir heute sehr zugute kommen.

Darf sich das Linzer Publikum an Sie gewöhnen?

Ich hoffe es sehr, mehr darf ich noch nicht verraten.

„Elektra“, Musiktheater Linz, Premiere 19. Jänner

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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