22.12.2018 08:54 |

Crew befreit

Spezialteam stürmt von Migranten gekapertes Schiff

Bange Stunden hat die Crew des unter italienischer Flagge fahrenden Frachtschiffes Grande Tema am Freitag durchleben müssen: Migranten, die als blinde Passagiere in Nigeria an Bord gekommen waren, hatten vor der britischen Küste das Schiff gekapert und gefordert, nahe an das Festland gebracht zu werden, um an Land schwimmen zu können. Nach einem 14-stündigen Nervenkrieg stürmten britische Spezialkräfte das Schiff und befreiten die Crew.

Der Frachter war von Nigeria nach Großbritannien unterwegs. Die blinden Passagiere wurden von der Crew bereits vor ein paar Tagen entdeckt und anschließend in eine Kabine eingeschlossen. Freitagfrüh brachen die Männer jedoch aus. Die 27-köpfige Mannschaft musste daraufhin auf die Brücke des Frachtschiffs flüchten und alarmierte die Küstenwache.

Daraufhin begann ein 14-stündiger Nervenkrieg. Während die Crew auf den Zugriff der Polizei wartete, zog die Grande Tema nordwestlich der Küste von Margate Kreise. Währenddessen versuchten die Migranten, mit dem Kapitän des Frachters vom Deck aus zu verhandeln.

Knapp vor Mitternacht dann der Zugriff: Laut britischen Medienberichten stürmte ein Spezialkommando das Schiff und befreite die Crew. Die vier Männer wurden festgenommen.

Die Grande Tema ist inzwischen im Planhafen Tilbury angekommen. 

Über die Nationalität der Männer ist noch nichts Gesichertes bekannt - sie dürften allerdings schon bei der Abreise in Nigeria an Bord gewesen sein. Der Frachter hatte seit dem Auslaufen aus Lagos am 10. Dezember keine Zwischenstopps eingelegt. Die Polizei betonte, dass dieser Vorfall nicht als Entführung, Piraterie oder Terrorakt behandelt werde.

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