"Das Amt hat mir viel Freude bereitet in den vergangenen 12 Jahren", berichtet Langzeit-SPÖ-Bürgermeister Engelbert Stenico. Kein Wunder: Die SPÖ mit ihrer großen Mehrheit (12 Mandate, VP 5, AAB 1, FPÖ 1) konnte ja fast schalten und walten wie sie wollte. "Am Anfang meiner Amtszeit war die Atmosphäre im Gemeinderat etwas frostig, doch es hat sich stark gebessert", zieht Stenico Bilanz. Er rechnet damit, dass die ÖVP in Landeck einen Herausforderer nominieren wird.
Herausforderung: Budgetdisziplin
Von den Stadtfinanzen her sei das vergangene Jahr das bislang härteste gewesen. Und auch für 2011 sei keine Besserung in Sicht. Die Konsequenz: Äußerste Budgetdisziplin. Eingeengt wird der Handlungsspielraum durch das Einsatzzentrum für Feuerwehr, Berg- und Wasserrettung. Der Spatenstich ist bereits erfolgt, die Kosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Diese "Kommandozentrale" sei bei größeren Einsätzen für den gesamten Bezirk Landeck unentbehrlich, erklärt Stenico. So wurden die Katastrophenfälle Lawine Galtür 1999 und Hochwasser 2005 von Landeck aus koordiniert.
Andere große Brocken waren bzw. sind Schulumbauten und Neubauten wie zum Beispiel das Poly mit 6,9 Millionen Euro, die Volksschule mit 1,5 Millionen und die Neugestaltung des Alten Stadtplatzes. "Das Schulthema wird im Wahlkampf eine Rolle spielen", vermutet Stenico: "Mein Ziel wäre, alle Schulen auf den neuesten Stand zu bringen. Das hängt aber natürlich auch von der Entwicklung in den nächsten Jahren ab."
Dem Gesamtbudget in der Höhe von 22,4 Millionen Euro steht derzeit ein Darlehensstand von rund 16 Millionen gegenüber, was einem Verschuldungsgrad von 83 Prozent entspricht.
"Quer durch den Haushalt" wird eingespart werden müssen, sagt Stenico. Sinkende Einnahmen vom Bund, dazu unvermeidbare Steigerungen auf der Ausgabenseite, vor allem bei den Personalkosten in der Verwaltung: Der künftige Landecker Bürgermeister hat keinen einfachen Spagat zu bewältigen.
Ausländeranteil 10 %, Minarett nicht gewollt
Auf dem Sektor Integration sei Landeck um ein friedliches Zusammenleben bemüht, erklärte Stenico. "Wir haben gemeinsam mit der Bevölkerung ein Sozialleitbild erstellt. Ein Ergebnis davon ist der Integrationsbeauftragte Ahmed Demir."
Der Ausländeranteil in Landeck betrage zwischen 8 und 10 Prozent. "Minarett wollen sie keines", sagt Stenico. Drei Moscheen stehen in Landeck.
Im Wahlkampf sei er um Sachlichkeit bemüht: "Wir arbeiten gerade die Themen aus. Wir wollen nicht irgendetwas versprechen, sondern auf dem Boden der Realität bleiben!"
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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