Kinder unter Opfern

Sechs Tote bei Brand in Mehrfamilienhaus

Ausland
26.11.2018 18:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Feuer in einem Wohnhaus im Nordwesten der Schweiz sind in der Nacht auf Montag sechs Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch Kinder. Laut Polizei war unsachgemäßer Umgang mit einer Zigarette die Brandursache, eine Person wurde mittlerweile festgenommen. Augenzeugen zufolge hatten Asylwerber in dem Gebäude gelebt. Mehrere Menschen kamen ins Spital, ein Nachbarhaus wurde zwischenzeitlich evakuiert.

Ein Bewohner habe um 2.10 Uhr Rauch im Stiegenhaus bemerkt und die Rettungskräfte verständigt, hieß es in der Mitteilung der Polizei. In dem viergeschoßigen Gebäude hielten sich demnach zum Zeitpunkt des Brandes mehr als 20 Menschen auf. Die meisten seien von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht worden, aber für sechs Menschen sei jede Hilfe zu spät gekommen. Sie starben noch am Unglücksort.

Gebäude von Asylwerbern bewohnt
Ein Mitarbeiter einer nahe gelegenen Postfiliale sagte der Nachrichtenwebsite 20minuten.ch, das Gebäude sei von Asylwerbern bewohnt worden. Der Betreiber eines Cafés im Viertel berichtete, seines Wissens hätten in dem Haus vor allem Menschen aus Eritrea gelebt. Eine Polizeisprecherin wollte keine näheren Angaben zur Identität der Opfer machen und auch die Zahl der getöteten Kinder nicht nennen. Den Ermittlern lägen noch nicht alle notwendigen Informationen vor.

„Menschen haben geschrien“
Ein Nachbar sagte über die Brandnacht: „Zuerst dachte ich, es sei unglaublich neblig, bis ich dann das Blaulicht gesehen und die Sirenen gehört habe.“ Er habe gehört, wie in dem Nachbarhaus „Menschen geschrien“ hätten, und gesehen, wie ein Kind wiederbelebt worden sei.

„Dichter Rauch machte Brand so gefährlich“
Der 62-jährige Nachbar Franco Pedone sagte der Zeitung „Blick“, er habe in der Nacht verängstigte Frauen gehört. „Sie schrien wie verrückt.“ Der Bürgermeister von Solothurn, Kurt Fluri, sagte, der dichte Rauch habe den Brand so gefährlich gemacht. Offenbar seien einige Menschen aus dem Fenster gesprungen. Der Bürgermeister bekundete seine tiefe Trauer über das Unglück. Er sei in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und wünsche den Verletzten eine baldige Genesung.

Das Wohnhaus befindet sich im Zentrum von Solothurn unweit des Bahnhofs. Die Fassade wurde durch das Feuer nicht zerstört, das Innere war rußgeschwärzt.

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