In der Betreuung von Kleinkindern und Schülern haben Tagesmütter in den vergangenen Jahrzehnten eine Lücke gefüllt. Jetzt hat sich bei ihnen eine Lücke aufgetan, eine Finanzlücke. "Das Land hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt. 400.000 € weniger bedeutet die 16-Prozent-Kürzung", wandte sich am Montag Ingrid Bürger, Obfrau der Tiroler Tagesmütter, mit Vertretern der regionalen Vereine an die Öffentlichkeit. "280 Arbeitsplätze und 900 Betreuungsplätze sind in Gefahr", formuliert es Markus Themel vom Tagesmütterprojekt in Kitzbühel drastisch.
Gerade in einem Tourismusland seien Tagesmütter so wichtig, weil sie auch da sind, wenn Krippen und Horte geschlossen haben.
Kosten zu hoch: Zoller-Frischauf will Strukturen durchleuchten
Von einer Existenzbedrohung könne keine Rede sein, kontert LR Patrizia Zoller-Frischauf: "Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Bundesländern mit 407 Euro pro Kind und Monat sehr hoch." Es müssten dringend die Strukturen in den Tagesmütter-Organisationen durchleuchtet werden. Außerdem, so die Landesrätin, würden sich in anderen Bundesländern die Gemeinden mit bis zu 50 Prozent an den Kosten beteiligen: "In Tirol sind es nur 4,6 Prozent." Mit den Gemeinden werde über eine höhere Kostenbeteiligung verhandelt.
Noch niemand an Gemeinden herangetreten
Bisher sei das nicht passiert, so Gemeindeverbandschef Ernst Schöpf. In Zeiten wie diesen warte man nicht gerade auf zusätzliche Belastungen: "Tagesmütter sind eine wichtige Einrichtung. Die Politik geht derzeit aber dahin, die Betreuung zu institutionalisieren. Da wird es in Zukunft wohl weniger Tagesmütter brauchen."
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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