Mit einer Wirtschaftsdelegation ist Landeshauptmann Jörg Haider am 21. Juni 2000 nach Tripolis geflogen und am nächsten Tag zurückgekehrt. Am 18. Juli 2002 sagte der Landeshauptmann im Ausschuss aus und erklärte, seine Auslandsreisen seien via "privater Einladung" bezahlt worden, dem Land seien keine Kosten erwachsen.
Zum Libyen-Trip erklärte Haider laut Protokoll des U-Ausschusses: "Ich war vom 21. bis 22. Juni 2000 in Libyen, mit einer Delegation. Diese Flugreisen sind, wie ich Ihnen gesagt habe, anteilig von den Teilnehmern gezahlt worden."
In einem Schreiben des Büros Haider vom Dezember 2000, gerichtet an den damaligen Hypo-Boss Wolfgang Kulterer, heißt es hingegen: "Betrifft: Libyen Reise vom 21./22.Juni 2000 - Sehr geehrter Herr Dr. Kulterer! Vereinbarungsgemäß erlauben wir uns, Ihnen die anteiligen Kosten für die Flug Reise in Rechnung zu stellen. - Tripoli-Klagenfurt S11.379,-" Dieses Schreiben ist versehen mit einem Stempel, wonach die Summe am 27. Dezember überwiesen wurde. Auch Kulterers Flugrechnung wurde nicht von ihm selbst, sondern von der Hypo bezahlt.
Seiser: "Gelogen, dass sich die Balken biegen"
Rot und Grün sehen in dieser Causa einen weiteren Beleg für das "System Haider", wie SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser am Freitag erklärte. Seiser: "Da ist gelogen worden, dass sich die Balken biegen und die Steuerzahler dürfen das Desaster ausbaden." Kulterer dürfe nicht so einfach aus seiner Verantwortung für das Debakel der Hypo entlassen werden, forderte der SPÖ-Politiker.
Grünen-Landessprecher Rolf Holub sieht einen "Sumpf", in dem die Beteiligten immer tiefer versinken würden: "Die Bank war ein Selbstbedienungsladen für Jörg Haider und dessen Freunde, Kulterer der willfährige Diener."
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