Für alle 887 Trafiken

BM Häupl startet Alarmanlagen-Förderungsaktion

Wien
08.01.2010 16:22
Nach der Serie brutaler Überfälle schnürt Wien jetzt ein Sicherheitspaket für die Trafikanten und ihre Kunden. Jede Trafik soll eine Alarmanlage bekommen, wobei die Stadt die Hälfte der Kosten zuschießen wird. Laut Bürgermeister Michael Häupl startet die Aktion sofort, sämtliche Betroffene – das sind in Wien insgesamt 887 – werden persönlich angeschrieben und über alles Details des Förderungsangebots genau informiert.

Die ausufernde Kriminalität veranlasst Stadtchef Michael Häupl, wie er selbst sagt, "ein Zeichen zu setzen". "Wir fördern bereits Sicherheitstüren für Mietwohnungen und Häuser, um die Einbruchsserien zu stoppen. Und wir werden selbstverständlich auch alles dazutun, um die Trafikanten zu schützen." Dazu sollen wirkungsvolle Alarmanlagen für alle Wiener Trafiken her.

Weitere Details über die jüngste Überfallserie: siehe Infobox!

50 Prozent der Kosten trägt die Stadt
Gute Geräte werden derzeit ab etwa 800 Euro auf dem einschlägigen Markt angeboten. Die Stadt wird die Anschaffung mit 50 Prozent der Kosten unterstützen – bis zu einem Maximalbetrag von 1.000 Euro. Abgewickelt wird die Aktion vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, der auch die Information und Beratung übernimmt. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband hat den Trafikanten ebenfalls entsprechende Hilfe zugesagt.

Stadt springt für Bund ein
Dass das Land Wien einspringen muss, obwohl eigentlich der Bund für Sicherheitsbelange zuständig wäre, stößt Häupl aber doch sauer auf: "Wenn die Frau Innenminister nicht mehr in der Lage ist, für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen, dann müssen eben wir dafür einenentsprechenden Beitrag leisten. Und das machen wir auch."

Kein Ersatz für Personal-Aufstockung der Polizei
Eines müsse aber schon ganz klar gesagt werden, so der Bürgermeister: "Unsere neue Alarmanlagen-Förderung ist kein Ersatz für die dringend nötige Präsenz der Exekutive. Und ich betone daher nochmals ausdrücklich, dass wir jene 1.000 Polizistinnen und Polizisten, die Schwarz-Blau uns weggenommen hat, für Wien zurückhaben wollen."

von Peter Strasser, Kronen Zeitung
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