08.01.2010 14:01 |

Poker um Saab

Formel-1-Boss Ecclestone steigt in Bieterwettstreit ein

Um den vom Aus bedrohten Autobauer Saab ist in letzter Minute ein neuer Bieterwettstreit entbrannt. Neben dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker und Ex-MAN-Chef Haakan Samuelsson zeigt auch Formel-1-Boss Bernie Eccleston Interesse am schwedischen Unternehmen.

Ecclestone will Saab zusammen mit dem luxemburgischen Finanzinvestor Genii Capital kaufen. Genii Capital teilte am Freitag mit, es sei interessiert daran, "ein Angebot für den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung" zu machen. Genii Capital werde "aggressiv an einem erfolgreichen Abschluss des Geschäfts arbeiten". Die Marke Saab sei von "bedeutendem Wert" in einer Reihe wichtiger Automärkte und habe "ein innovatives Image".

Zwischen Formel-1-Chef Ecclestone und dem Finanzinvestor besteht eine Verbindung, nachdem Genii im vergangenen Monat eine Beteiligung am Rennteam von Renault kaufte, was dem französischen Autobauer den Verbleib in der Formel 1 sicherte.

Spyker gibt Kaufgebot ab
Unterdessen hat der Sportwagenhersteller Spyker bei General Motors ein neues Kaufgebot für die skandinavische Traditionsmarke eingereicht. Mit GM habe es einen "konstruktiven Dialog" über den Kauf gegeben, erklärte Spyker-Chef Victor Muller. "Wir glauben, dass die Marke Saab ein großes Potenzial hat und wollen die Verhandlungen schnellstmöglich zu einem Abschluss bringen." Angaben über die Höhe des nachgebesserten Angebots machte Muller nicht.

Auch Ex-MAN-Chef Haakan Samuelsson schaltete sich in letzter Minute in den Bieterwettstreit um Saab ein. Der 58-jährige Manager hat zusammen mit einer schwedischen Investorengruppe Interesse an einer Übernahme von Saab bekundet, berichtete die schwedische Finanzzeitung "Dagens Industri".

8.000 Arbeitsplätze wackeln
GM sucht seit Jänner 2009 einen Käufer für seine schwedische Tochter. Saab beschäftigt derzeit noch 3.400 Menschen in Schweden. Gewerkschaftsangaben zufolge könnte das Aus des Autobauers den Verlust von rund 8.000 Arbeitsplätzen bedeuten, weil auch Zulieferer betroffen wären.

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