Emotionen kochen hoch

Fusionsplan erhitzt Gemüter in Wels und Thalheim

Oberösterreich
11.10.2018 11:30

Der Zehn-Jahres-Plan für eine Fusion von Wels und Thalheim lässt die Emotionen hochkochen. Vor allem in der Marktgemeinde wird kontrovers darüber diskutiert. Viele fürchten den Verlust der Identität - oder „geschluckt“ zu werden. Auf die beiden Bürgermeister kommt viel Überzeugungsarbeit zu.

Im Gespräch mit der „Krone“ war dem Welser Stadtchef Andreas Rabl und dem Thalheimer Bürgermeister Andreas Stockinger bewusst, dass der Weg zu einer Fusion nicht einfach werden würde.

In zehn Jahren Volksbefragung
 
Deshalb einigten sich beide auch auf einen Zehn-Jahres-Plan für eine Volksabstimmung über die Zusammenlegung: „Erst müssen die Bürger das Vertrauen haben, dass durch die intensive Zusammenarbeit das gebotene Service am Amt höher ist und sie auch weiter von den Leuten beraten werden, die sie immer schon betreut haben. Dann ist auch die Bereitschaft für eine Volksabstimmung zur Zusammenlegung da“, erklärte Stadtchef Rabl.

„Mehr als nur ein Stadtteil“
 „Im Zuge dieser Urabstimmung, ob man zu Wels gehen will oder nicht, sollte man auch über den Status Thalheims diskutieren. Dieser sollte über dem eines ,normalen‘ Stadtteils liegen“, fügte Stockinger hinzu. Wohlwissend, dass den Thalheimern ihre Identität heilig ist. „Thalheim wird Thalheim bleiben“, meint etwa Rechtsanwalt Walter Holme - siehe Umfrage.

Finanzielle Vorteile
 
E-Werk-Direktor Florian Niedersüß ist gebürtiger Welser und mittlerweile Wahl-Thalheimer. „Ich habe nicht das Gefühl gehabt, in eine andere Stadt zu ziehen!“ Er sieht in einer Zusammenlegung finanzielle Vorteile: „Je mehr Bürger ein System nutzen, umso günstiger wird es. Natürlich kann man mit einer intensiven Zusammenarbeit viele Vorteile erzielen. Eine Einheit bringt aber noch viel mehr!“

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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