Seit ein Unternehmer 200.000 Euro für die Kaution eines in den USA wegen eines Sexualdeliktes verhafteten Mühlviertler (18) spendete, sind in Oberösterreich massiv Kautions-Gauner unterwegs: Sie rufen Senioren an, behaupten, einer ihrer Verwandten müsse nach einem Unfall in Haft, wenn nicht Kaution bezahlt wird.
Auf diesen miesen Trick fielen nun zwei Linzerinnen herein: Am Dienstag meldete sich ein Anrufer bei einer 88-jährigen Seniorin, behauptete, von der Polizei zu sein und dass ihre Tochter einen schweren Unfall gehabt hätte - diese müsse ins Gefängnis, wenn die Linzerin nicht 162.000 Euro Kaution bezahlen würde. Weil das Opfer nur 42.000 Euro Bargeld zu Hause hatte, gab sich der Betrüger damit zufrieden, ließ das Geld von einem Boten abholen.
Schwiegertochter hatte Unfall
Um wesentlich mehr wurde dann am Mittwoch eine 80-jährige Linzerin geschröpft: „Ich bin von der Polizei Leonding - ihre Schwiegertochter hatte einen Autounfall“, behauptete der Anrufer und kam zur Sache: Für den kaputten gegnerischen Wagen müssten 70.000 Euro Kaution bezahlt werden, sonst drohe Haft. „Da muss ich zuerst zur Bank“, meinte das Opfer zum vermeintlichen Polizisten.
Einem Fremden Geld gegeben
Die Frau holte aus ihrem Bankschließfach 80.000 Euro, bekam dann einen weiteren Anruf, bei dem bereits 200.000 Euro Kaution verlangt wurden. Als ein Bote kam, übergab ihm die Seniorin das Bargeld - und Gold im Wert von mehr als 60.000 Euro. Erst dann telefonierte die 80-Jährige mit ihrem Sohn, erfuhr, dass die Schwiegertochter gar keinen Unfall gehabt hatte.
Polizei mahnt zur Vorsicht
Bei ihrer Anzeige beschrieb das Opfer den Boten der Gauner als „Landstreichertyp“. Die echte Polizei mahnt einmal mehr zu Vorsicht!
Johann Haginger/Kronen Zeitung
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