Immer skurriler

Warum Scheuch nichts mehr von “FPK” wissen will

Kärnten
30.12.2009 19:22
Leicht zu durchschauen ist das Kärntner Getümmel rund um das ehemalige BZÖ nicht mehr. Parteichef Uwe Scheuch will von dem erst kürzlichen verkündeten Kürzel "FPK" nichts mehr wissen: Seine Gruppe heiße "Die Freiheitlichen in Kärnten". Diesen Verein gibt es seit 1986. Er existierte aber immer parallel zur Kärntner Landesgruppe der FPÖ beziehungsweise des BZÖ.

Scheuchs plötzliche Distanzierung dürfte einen rechtlichen Hintergrund haben. Denn im Gegensatz zum eingetragenen Verein "Die Freiheitlichen in Kärnten" gibt es eine "FPK" weder als Partei noch als Verein. Zum Parteitag muss daher auch korrekt der Verein der Freiheitlichen einladen. Jetzt wird es skurril: Dort zählen auch die BZÖ-Kämpfer Josef Bucher und Stefan Petzner als Mitglieder und Delegierte.

Uneinigkeit zwischen Scheuch und Strache
Nicht einig sind sich die neuvereinten Alt-Kollegen Scheuch und FP-Chef Heinz Christian Strache auch darüber, was kurz vor Weihnachten eigentlich geschehen ist. Scheuch wünscht die Bezeichnung "Loslösung" vom BZÖ; Strache spricht von "Heimkehr und Kooperation".

Letzterer ist in Bezug auf seine Kärntner Neuerwerbung auffällig zurückhaltend mit Wortspenden. Offenbar sollen die Kärntner Blau-Orangen vor dem Parteitag am 16. Jänner nicht kopfscheu gemacht werden. Allzu groß ist die Begeisterung für Scheuchs Weg trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht.

FPÖ Kärnten nicht restlos begeistert
Das weiß man auch bei der Kärntner FPÖ. "Wir haben die Mitgliederversammlung vom 3. Jänner auf Ende Jänner verschoben", erklärt der "echte" FP-Obmann Harald Jannach. "Wir wollen abwarten, was beim Parteitag passiert und wer dann unser Ansprechpartner ist." Auch in FPÖ-Kreisen herrscht nicht nur eitel Freude über die Zusammenarbeit.

Mölzer: "Menschlich schwierig"
So wäre für Andreas Mölzer, graue Eminenz der Blauen und EU-Abgeordneter die Wiedervereinigung zwar logisch. Dennoch plädiert er dafür, dass die FPÖ Kärnten erhalten bleibt: "Ich kann es mir schwer vorstellen, als FP-EU-Abgeordneter beim BZÖ Villach anzuklopfen. Das wäre auch menschlich schwierig."

Bucher entdeckt inzwischen die Basisarbeit: In Klagenfurt wurde er beim Verteilen von Glücksbringern gesichtet. Die Unterschriftensammlung für eine Urabstimmung unter den Parteimitgliedern – Wollt ihr wieder blau werden? – soll gut laufen. Die Entscheidung wird dennoch am Parteitag fallen.

von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
30.12.2009 19:22
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung