Attentat auf Flug 253
Kommt jetzt das Aufstehverbot für Passagiere?
Wie der „Spiegel“ vermeldet, wurden offenbar schon jetzt auf Flügen in die und aus den USA massive Verbote verhängt. An Bord einiger Maschinen durften demnach keinerlei elektronische Geräte wie Laptops oder iPods benutzt werden. Auf anderen Flügen durfte in der Stunde vor der Landung keiner der Passagiere mehr seinen Platz verlassen. Der Attentäter von Flug 253 hatte die Bombe kurz vor der Landung zünden wollen und zur Vorbereitung der Tat offenbar die Toilette aufgesucht.
Fluggäste und Airlines sind über diese Maßnahmen empört. Schließlich leiden sie schon genug unter dem Mitnahmeverbot für Flüssigkeiten. Eine offizielle Bestätigung der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde TSA für die neuen Verbote steht zwar noch aus, doch eine kurze Passage in einem offiziellen Statement lässt nichts Gutes erahnen. „Diese Maßnahmen sind so ausgelegt, dass sie unvorhersehbar sind. Sie werden nicht überall gleich sein.“
Wechselnde Verbote sollen Terror-Planungen erschweren
Im Klartext bedeutet dies wohl: Die Behörden wollen Terroristen mit willkürlichen und ständig wechselnden Verboten die Planung ihrer Attentate erschweren. An einem Tag stehen am Kennedy-Airport von New York vielleicht iPods auf dem Index, am anderen gilt dann für alle Passagiere das Bewegungsverbot.
Fragt sich nur, ob sich Terroristen durch diese Pläne, die die Passagiere noch weiter gängeln, wirklich abschrecken lassen. Denn wie die Geschichte zeigt, haben Attentäter bislang immer wieder Wege gefunden, um Bomben und andere gefährliche Gegenstände an Bord zu schmuggeln.
Sprengstoff war in Unterhose versteckt
Im Falle des Flug-253-Attentäters Umar Farouk Abdulmutallab war es ein in der Unterhose verstecktes Kondom, in dem er 80 Gramm hochexplosiven Sprengstoffs an Bord schmuggelte.
Unklar ist, ob der 23-Jährige in Amsterdam noch einmal kontrolliert wurde. Er war in den Niederlanden nur umgestiegen, seine Reise hatte er in Lagos, der größten Stadt seiner Heimat Nigeria, angetreten. Am Airport von Amsterdam sind teilweise sogar schon die umstrittenen Nacktscanner in Betrieb, deren flächendeckender Einsatz nach dem Attentat nun von immer mehr Politikern in den USA und Europa gefordert wird. Diese Geräte durchleuchten Menschen bis auf die Haut und bringen alle Details – auch die anatomischen - zum Vorschein. Die Technologie ist ausgereift, doch bislang waren es vor allem ethische Bedenken, die den Einsatz der Maschinen verhinderten.
Wer bekommt das Nacktbild zu sehen - und wo?
Die Sicherheitsbehörden wiegeln derzeit noch ab und versuchen die Kritiker der Methode zu beruhigen. Zum einen sollen die Sicherheitsbeamten, die das Nacktbild der Passagiere sehen, in einem abgetrennten Raum sitzen und die Fluggäste somit nicht zu Gesicht bekommen. Zum anderen gibt es Planungen, den Gang durch das Gerät lediglich als freiwillige Möglichkeit vorzusehen. Verweigerer würden dann allerdings einer ausführlichen Leibesvisitation unterzogen werden, die wohl auch ein komplettes Entkleiden beinhalten dürfte.
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